Am Sonn­tag noch kein En­d­er­geb­nis

Na­tio­nal­rats­wahl. Bei den Brief­wahl­stim­men wird ein neu­er Re­kord er­war­tet. In Wien gibt es schon ei­nen. Die­se Stim­men wer­den erst am Mon­tag und Don­ners­tag aus­ge­zählt.

Die Presse - - THEMA DES TAGES -

Die Zahl der Men­schen, die nicht (fix) in ih­rem ei­ge­nen Wahl­lo­kal wäh­len, steigt. Für die an­ste­hen­de Na­tio­nal­rats­wahl sind bei­spiels­wei­se in Wien 266.150 Wahl­kar­ten aus­ge­stellt wor­den, wie die Stadt Wien am gest­ri­gen Frei­tag be­kannt ge­ge­ben hat. Das ist ein neu­er Re­kord.

Ab­zu­se­hen war das be­reits vor ei­ni­gen Ta­gen, wie es aus der für die Wah­len zu­stän­di­gen Ma­gis­trats­ab­tei­lung hieß („Die Pres­se“be­rich­te­te). Zum Ver­gleich: Bei der Bun­des­prä­si­den­ten­stich­wahl im Mai 2016 wa­ren in Wien rund 222.000 Wahl­kar­ten be­an­tragt wor­den. Bei der vo­ri­gen Na­tio­nal­rats­wahl im Ok­to­ber 2017 hat­ten in Wien rund 205.000 Wäh­ler ei­ne Wahl­kar­te be­an­tragt.

Wer sei­ne Kar­te schrift­lich be­an­tragt, aber nicht recht­zei­tig von der Post ab­ge­holt hat, kann die Wahl­kar­te noch di­rekt im Wahl­re­fe­rat ab­ho­len.

In­nen­mi­nis­ter Wolf­gang Pe­schorn setzt dann am Wahl­sonn­tag je­den­falls die Tra­di­ti­on bis­he­ri­ger In­nen­mi­nis­ter fort: Er wird am Abend in der Na­tio­nal­bi­blio­thek das vor­läu­fi­ge En­d­er­geb­nis der Na­tio­nal­rats­wahl ver­kün­den. Dar­in fehlt dann al­ler­dings noch ein be­trächt­li­cher Teil der Stim­men: eben je­ner der Brief­wahl­stim­men. Denn die Brief­wahl­stim­men und Wahl­kar­ten wer­den erst am Mon­tag und am Don­ners­tag aus­ge­zählt.

Schon 2017 wur­den 15 Pro­zent der Stim­men nicht mehr über die Wahl­ur­ne im ei­ge­nen Wahl­lo­kal ab­ge­ge­ben, son­dern größ­ten­teils über die Brief­wahl. Heu­er wird ein neu­er Re­kord er­war­tet, al­so wer­den im vor­läu­fi­gen En­d­er­geb­nis viel­leicht nur noch vier Fünf­tel der Stim­men ent­hal­ten sein.

Den größ­ten Teil der noch feh­len­den Stim­men müs­sen am Mon­tag die 112 Be­zirks­wahl­be­hör­den aus­wer­ten. Sie zäh­len die auf dem Post­weg ab­ge­ge­be­nen Stim­men aus. Das könn­ten heu­er (bei glei­cher Wahl­be­tei­li­gung) mehr als 900.000 sein. Schon 2017 wa­ren es 758.424 ab­ge­ge­be­ne Stim­men, dar­un­ter 753.497 gül­ti­ge.

Je­den­falls ha­ben die Brief­wäh­ler mitt­ler­wei­le ein ge­wich­ti­ges Wort mit­zu­re­den. Bei der Na­tio­nal­rats­wahl 2017 ver­hal­fen sie der SPÖ, die am Wahl­sonn­tag am 15. Ok­to­ber noch hin­ter den Frei­heit­li­chen lag, am En­de doch noch zu Platz zwei.

Und bei der auf­ge­ho­be­nen Bun­des­prä­si­den­ten­stich­wahl vom Mai 2016 dreh­ten sie das Er­geb­nis um: Nach Aus­zäh­lung der Brief­wäh­ler war Alex­an­der Van der Bel­len und nicht mehr Nor­bert Ho­fer Ers­ter.

Soll­te es am Mon­tag­abend noch ganz knapp ste­hen, dann fällt die Ent­schei­dung erst am Don­ners­tag. Dann wer­den noch ein­mal zahl­rei­che Wahl­kar­ten aus­ge­wer­tet – heu­er sind wohl an die 50.000 (nach 37.300 im Jahr 2017). Den Aus­schlag ge­ben wer­den die­se Stim­men aber nur, wenn es hauch­dün­ne Dif­fe­ren­zen gibt. Im Jahr 2017 mach­te die zwei­te Tran­che nur 0,73 Pro­zent der gül­ti­gen Stim­men aus. (APA/red.)

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