Be­gleit­erschei­nun­gen der schnells­ten Män­ner der Welt

100 m. Um­strit­te­ne Fa­vo­ri­ten Cole­man, 23, und Gat­lin, 37.

Die Presse - - SPORT -

Das Kha­li­fa-Sta­di­on kennt der Ös­ter­rei­cher schon von sei­nem Auf­tritt in der Dia­mond Le­ague im ver­gan­ge­nen Mai. Den eis­ge­kühl­ten Kraft­raum, den Weg durch die Ka­ta­kom­ben ins In­ne­re des ge­wal­ti­gen Ovals. Da­zu die Er­in­ne­rung: Er wur­de da­mals Zwei­ter.

Die Fa­vo­ri­ten von da­mals sind es auch jetzt. Schwe­dens Zwei-Me­ter-Ko­loss Da­ni­el Stahl˚ (Best­wei­te 71,86 Me­ter) und der Ja­mai­ka­ner Fed­rick Da­cres (70,78). Und Weiß­hai­din­gers Best­wei­te? Sie liegt bei 68,14 Me­tern, das soll­te sich in Do­ha wie­der­ho­len las­sen. Zur rich­ti­gen Ein­schät­zung: Es gibt noch vier wei­te­re Ath­le­ten, die die­se Wei­te er­rei­chen kön­nen. Doch Weiß­hai­din­ger war in die­ser Sai­son stets er­folg­rei­cher.

Ei­ne Pla­ket­te des Welt­ver­ban­des IAAF hat Ös­ter­reichs Leicht­ath­le­tik in Do­ha je­doch be­reits er­hal­ten. Der Wie­ner Franz Stampfl (†1995) wur­de post­hum als „le­gen­dä­rer Trai­ner“aus­ge­zeich­net. Er wur­de als Coach des Bri­ten Ro­ger Ban­nis­ter welt­be­kannt. Die­ser lief am 6. Mai 1954 in Ox­ford als ers­ter Ath­let die Mei­le in 3:59,40, al­so un­ter vier Mi­nu­ten. Stampfl ist mit der Ath­le­tics He­ri­ta­ge Plaque ein Teil des „Wel­ter­bes der Leicht­ath­le­tik“.

Jus­tin Gat­lin ist im­mer noch ei­ner der schnells­ten Män­ner der Welt. Zur Er­in­ne­rung: Der USSprin­ter war 2004 Olym­pia­sie­ger über 100 Me­ter, saß als Do­pingWie­der­ho­lungs­tä­ter bis 2010 ei­ne auf vier Jah­re re­du­zier­te Sper­re ab und wur­de 2017 in Lon­don, beim tra­gi­schen Ab­gang von Su­per­star Usain Bolt, 100-m-Welt­meis­ter.

Bei der Leicht­ath­le­tik-WM in Do­ha ist der mitt­ler­wei­le 37-jäh­ri­ge Gat­lin der Ti­tel­ver­tei­di­ger (Vor­läu­fe ab 15.30, Fi­na­le 21.15 Uhr, live ZDF, ORF Sport+). „Ich füh­le mich wie ein Zei­t­rei­sen­der. Ich bin im­mer noch da, lau­fe gu­te Zei­ten und trai­nie­re gut“, er­klär­te der ge­bür­ti­ge New Yor­ker.

Gat­lin wä­re heu­te auch gro­ßer Gold­fa­vo­rit, wenn es Lands­mann Chris­ti­an Cole­man nicht doch noch zur WM ge­schafft hät­te. Der 23-Jäh­ri­ge ist der schnells­te Mann die­ses Jah­res (9,81 Sek.), sorg­te je­doch mit ver­pass­ten Do­ping­tests zu­letzt für ne­ga­ti­ve Schlag­zei­len.

Drei­mal war der Ath­let aus At­lan­ta nicht am an­ge­ge­be­nen Auf­ent­halts­ort an­ge­trof­fen wor­den, ei­ne Sper­re bis zu zwei Jah­ren droh­te. Doch Cole­man hat gu­te An­wäl­te. Die An­ti-Do­ping-Agen­tur der USA zog ih­re An­kla­ge zu­rück. „Ich ha­be noch nie ei­nen Do­ping­test nicht be­stan­den“, sagt er. „Ich kann es kaum er­war­ten, Welt­meis­ter zu wer­den.“(joe)

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