Wo­rum es in Ma­drid kon­kret geht

Kon­fe­renz. In Ma­drid wird über die Ver­tei­lung der Las­ten und die An­rech­nung von kli­ma­freund­li­chen Maß­nah­men dis­ku­tiert.

Die Presse - - VORDERSEIT­E -

Die UN-Kli­ma­kon­fe­renz (COP 25) geht heu­te, Mon­tag, in ih­re 25. Run­de. Dank des Über­ra­schungs­ver­an­stal­ters Spa­ni­en wird Ma­drid die Gast­ge­ber­rol­le über­neh­men, nach­dem Chi­le we­gen der Un­ru­hen ab­ge­sagt hat. Wich­tigs­te Auf­ga­be für die Mit­glied­staa­ten des Pa­ri­ser Kli­ma­ver­trags ist es, das „Ru­le­book“fer­tig­zu­stel­len.

Un­ter an­de­rem geht es um die Zu­kunft der CDM-Pro­jek­te (Cle­an De­ve­lop­ment Mecha­nism), bei de­nen In­dus­trie­län­der in Schwel­len- und Ent­wick­lungs­län­dern Maß­nah­men zur Ver­rin­ge­rung der Treib­haus­gas­emis­sio­nen fi­nan­zie­ren, um ih­re ei­ge­ne Kli­ma­bi­lanz zu ver­bes­sern. Da­zu zählt et­wa die Mo­der­ni­sie­rung von Kraft­wer­ken oder die Auf­fors­tung von Wäl­dern. Die CDM sind be­reits Teil des Kyo­to-Ver­trags. Ein Pro­blem bei der Über­füh­rung in den Pa­ri­ser Ver­trag be­steht dar­in, dass die kli­ma­freund­li­chen Maß­nah­men in Ent­wick­lungs­län­dern voll­zo­gen wur­den, die selbst kei­ne Re­duk­ti­ons­ver­pflich­tun­gen hat­ten – mit Paris ist je­doch nun je­der Staat, der un­ter­zeich­net hat, der­ar­ti­ge Ver­pflich­tun­gen ein­ge­gan­gen. Hier stellt sich nun die Fra­ge, wem die­se Pro­jek­te zu­zu­ord­nen sind. NGOs for­dern, dass es zu kei­nen Dop­pel­zäh­lun­gen kom­men darf.

Die Pa­ri­ser Kli­ma­zie­le wol­len ins­ge­samt 187 Staa­ten als Ver­trags­par­tei­en er­rei­chen, nur die USA ha­ben den Aus­stieg An­fang No­vem­ber an­ge­kün­digt, sie sind nach Chi­na der größ­te CO2-Emit­tent der Welt und für 14 Pro­zent al­ler Emis­sio­nen ver­ant­wort­lich. US-Prä­si­dent Do­nald Trump hat­te den Schritt im Ju­ni 2017 an­ge­kün­digt. Er gilt als „Kli­maskep­ti­ker“und ist da­mit nicht al­lein.

Do­nald Trump hat Zwei­fel

In den USA ent­stand je­doch die „Cli­ma­te Al­li­an­ce“aus in­zwi­schen 25 der 50 US-Staa­ten, die zum Kli­ma­ab­kom­men ste­hen und über 50 Pro­zent der Be­völ­ke­rung re­prä­sen­tie­ren. Trump be­zeich­ne­te den Kli­ma­wan­del vor sei­ner Wahl ein­mal als Er­fin­dung Chi­nas. Auch Bra­si­li­ens Au­ßen­mi­nis­ter Er­nes­to Arau´jo hat Zwei­fel an der Kli­ma­de­bat­te und spricht von „Kli­ma­tis­mus“. Die An­hän­ger die­ser „Ideo­lo­gie“wür­den ver­su­chen, ein „mo­ra­li­sches Pen­dant zum Krieg“auf­zu­bau­en, um den „Gr­und­frei­hei­ten“ent­ge­gen­zu­wir­ken. (APA/red.)

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