Die SPÖ ist haupt­säch­lich mit sich selbst be­schäf­tigt

Die Presse - - DEBATTE -

Die SPÖ ist von ei­ner gro­ßen staats­tra­gen­den Par­tei für die ar­bei­ten­de Be­völ­ke­rung zu ei­ner Stim­me für Aus­län­der und So­zi­al­hil­fe­emp­fän­ger mu­tiert, und die stel­len zum Glück noch nicht die Mehr­heit. Ab­ge­se­hen da­von ist sie haupt­säch­lich mit sich sel­ber be­schäf­tigt. Ihr fehlt da­her die Kraft zur Selbst­er­kennt­nis oder gar Er­neue­rung. Pa­me­la Ren­di-Wa­gner, die die­sen sui­zi­da­len Weg, war­um auch im­mer, wei­ter­ge­hen will und die fleisch­ge­wor­de­ne Ver­zweif­lung dar­stellt, ist – das sei zu ih­rer Eh­ren­ret­tung ge­sagt – nur ru­di­men­tär an die­sem De­sas­ter schuld.

Die Grün­de die­ser Mi­se­re rei­chen viel wei­ter zu­rück. Die SPÖ, wie vie­le an­de­re eu­ro­päi­sche so­zi­al­de­mo­kra­ti­sche Par­tei­en, ver­harrt in den 1960er-Jah­ren und ist un­fä­hig, sich an­zu­pas­sen oder gar zu er­neu­ern. Die vie­len Zu­ru­fe von au­ßen (et­wa von Heinz Fi­scher, Franz Vra­nitz­ky oder zu­letzt Me­di­en­mann Ger­hard Zei­ler) sind da­bei auch nicht ge­ra­de hilf­reich. Selbst­ver­ständ­lich ge­hört zu ei­nem Neu­an­fang zu­al­ler­erst der Wech­sel an der Spit­ze mit da­zu­ge­hö­ri­gem Team, aber da­mit ist es nicht ge­tan: Ei­ne ra­di­ka­le, schmerz­haf­te Kat­har­sis ist un­um­gäng­lich, wenn­gleich kei­ne Ga­ran­tie für Er­folg.

Zu wün­schen ist ei­ne er­stark­te Par­tei, die zum Gleich­ge­wicht der Kräf­te bei­trägt und nicht zum Züng­lein an der Waa­ge ver­kommt.

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