Jetzt ist die Zeit der Ern­te

Nach vie­len Über­nah­men über Jah­re fährt die OMV nun die Früch­te ein. Auf dem Gas­sek­tor ste­hen noch zwei Pro­jekt­ab­schlüs­se aus.

Die Presse - - BÖRSE 2019 -

Es war of­fen­bar wirk­lich der vor­läu­fi­ge Gip­fel al­ler Zu­käu­fe, den die OMV er­klom­men hat­te und den Kon­zern­chef Rainer See­le im Som­mer zu­frie­den mit­teil­te. Am 31. Ju­li wur­de der Ein­stieg der Ös­ter­rei­cher ins Raf­fi­ne­rie­ge­schäft in Abu Dha­bi fi­na­li­siert. Für gan­ze 2,43 Mrd. Eu­ro er­hält die OMV 15 Pro­zent an der Raf­fi­ne­rietoch­ter der dor­ti­gen staat­li­chen Öl­ge­sell­schaft Ad­noc. Mit ei­nem Schlag wer­den so die Raf­fi­ne­rie­ka­pa­zi­tät der OMV um 40 Pro­zent und die Pe­tro­che­mie­ka­pa­zi­tät um zehn Pro­zent er­höht. Für Ös­ter­reichs In­dus­trief­lagg­schiff ist da­mit der Schritt ins Down­stream-Öl­ge­schäft (al­so Ver­ar­bei­tung und Ver­trieb) au­ßer­halb Eu­ro­pas ge­tan.

Nun aber sei Schluss mit Zu­käu­fen, wie­der­hol­te See­le im Ok­to­ber in ei­ner Te­le­fon­kon­fe­renz sei­ne Po­si­ti­on. Jetzt sei die Zeit der Ern­te ge­kom­men. Die OMV wer­de or­ga­nisch wach­sen und den Um­bau zu ei­nem mehr auf Pe­tro­che­mie fo­kus­sier­ten Kon­zern vor­an­trei­ben.

Was die Pro­duk­ti­on be­trifft, so ma­chen sich die vor­he­ri­gen Zu­käu­fe – un­ter an­de­rem auch in Neu­see­land und Ma­lay­si­en – so­wie der Start der För­de­rung aus dem nor­we­gi­schen Geld Aas­ta Hans­teen zu Jah­res­be­ginn in­zwi­schen be­merk­bar. Im drit­ten Quar­tal er­gab al­les zu­sam­men ei­nen Pro­duk­ti­ons­sprung von 18 Pro­zent auf 480.000 Fass Öl pro Tag. Für heu­er rech­net See­le – ab­hän­gig von der La­ge in Li­by­en – mit ei­ner durch­schnitt­li­chen Ta­ges­pro­duk­ti­on von fast 500.000 Fass. Nächs­tes Jahr soll vor al­lem der Aus­bau des Ge­schäfts in Ma­lay­si­en die Pro­duk­ti­ons­men­ge Rich­tung 600.000 Fass he­ben.

Dass die OMV im drit­ten Quar­tal ei­nen zehn­pro­zen­ti­gen Rück

2. 1. – 3. 12. 2019 gang bei dem um La­ger­ef­fek­te be­rei­nig­ten Be­triebs­ge­winn (Cle­an CCS Ebit) auf 949 Mil­lio­nen Eu­ro er­litt, lag am Preis­ver­fall an den Roh­stoff­märk­ten in die­ser Pe­ri­ode. Im zwei­ten Quar­tal war das CCS Ebit noch um 44 Pro­zent auf 1,0 Mrd. Eu­ro ge­stie­gen, wo­mit für das ers­te Halb­jahr ein Zu­wachs um 17 Pro­zent auf das Re­kord­ni­veau von 1,8 Mrd. Eu­ro aus­ge­wie­sen wur­de.

Im Be­reich Gas kann die OMV nun durch­at­men, da Dä­ne­mark vor Kur­zem als letz­ter Ost­see-An­rai­ner­staat die Ge­neh­mi­gung zum Fer­tig­bau der von der OMV mit­fi­nan­zier­ten Pi­pe­line Nord Stream 2 er­teilt hat­te. Mit­te 2020 soll sie in Be­trieb ge­hen. Bei der Be­tei­li­gung am rus­si­schen Groß­pro­jekt Achi­mov IV/V hat man sich im Ju­ni im­mer­hin auf den ver­bind­li­chen Preis von 905 Mio. Eu­ro ge­ei­nigt. Das Clo­sing steht aber noch aus. (red.)

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