RBI hat viel Ar­beit vor sich

Die Raiff­ei­sen Bank In­ter­na­tio­nal (RBI) muss bis 2021 ih­re Kos­ten deut­lich sen­ken und die Fran­ken­kre­di­te in Po­len ab­bau­en.

Die Presse - - BÖRSE 2019 -

Der bör­se­no­tier­ten Raiff­ei­sen Bank In­ter­na­tio­nal (RBI) ste­hen schwie­ri­ge Zei­ten be­vor. Die kon­junk­tu­rel­len Aus­sich­ten ha­ben sich et­was ein­ge­trübt, die nied­ri­gen Zin­sen drü­cken die Mar­gen, und die Fran­ken­kre­di­te in Po­len stel­len ei­ne Be­las­tung dar. Gleich­zei­tig müs­sen die Kos­ten deut­lich ge­senkt wer­den.

Zu­letzt muss­te die RBI wie­der mehr Geld für po­ten­zi­el­le Kre­dit­aus­fäl­le zur Sei­te le­gen. Im drit­ten Quar­tal sind die Kre­dit­vor­sor­gen mit 68 Mil­lio­nen Eu­ro um 66 Mil­lio­nen Eu­ro hö­her aus­ge­fal­len als noch im zwei­ten Quar­tal, und auch viel hö­her als vor ei­nem Jahr.

Ver­gan­ge­nes Jahr hat­te die Bank grö­ße­re Pa­ke­te not­lei­den­der Kre­di­te ver­kauft und frü­he­re Wert­be­rich­ti­gun­gen auf­ge­löst, was sich da­mals in Son­der­er­trä­gen nie­der­ge­schla­gen hat­te. Dem­ge­gen­über wur­den heu­er in den ers­ten neun Mo­na­ten für Kre­dit­vor­sor­gen 80 Mil­lio­nen Eu­ro auf­ge­wen­det, nach­dem im Jahr da­vor bis Sep­tem­ber – vor al­lem auf­grund von Zuflüs­sen und Sa­nie­rungs­er­fol­gen – net­to 56 Mil­lio­nen Eu­ro auf­ge­löst wor­den wa­ren.

Das Er­geb­nis im drit­ten Quar­tal und in den ers­ten neun Mo­na­ten fiel schwä­cher als im Vor­jahr aus. Der Kon­zern­ge­winn sank in den ers­ten neun Mo­na­ten um ein Vier­tel auf 874 Mil­lio­nen Eu­ro. Im drit­ten Quar­tal 2019 lag das Kon­zern­er­geb­nis bei 303 Mil­lio­nen Eu­ro – nach 345 Mil­lio­nen Eu­ro im zwei­ten Quar­tal 2019 und 417 Mil­lio­nen im Vor­jah­res­quar­tal.

Trotz der Kon­junk­tur­ab­schwä­chun­gen liegt das Kre­dit­wachs­tum über den Er­war­tun­gen, sag­te RBIVor­stands­chef Jo­hann Strobl. Die Kun­den­kre­di­te wuch­sen seit Jah­res­an­fang um 14 Pro­zent, vor al­lem auch in Russ­land. Ber­ei­nigt um die Er­trä­ge des pol­ni­schen Bank­ge­schäfts, das 2018 ver­kauft wur­de, sind im Zins- und Pro­vi­si­ons­über­schuss Zu­wäch­se er­zielt wor­den.

In Po­len be­hal­ten muss­te die RBI in­des ihr Port­fo­lio mit den be­rüch­tig­ten Fran­ken­kre­di­ten. Im

Ok­to­ber ur­teil­te der Eu­ro­päi­sche Ge­richts­hof (EuGH), dass pol­ni­sche Ge­rich­te die Schwei­zer-Fran­ken-Dar­le­hens­ver­trä­ge für nich­tig er­klä­ren dür­fen, wenn sie ein­zel­ne Klau­seln da­rin als un­zu­läs­sig an­se­hen. Die RBI hofft nun auf ei­ne ge­setz­li­che Re­ge­lung, die Rechts­si­cher­heit und Gleich­be­hand­lung schaf­fen soll. Denn die na­tio­na­len Ge­rich­te wür­den auch nach dem EuGH-Ur­teil un­ter­schied­li­che Ur­tei­le fäl­len, heißt es von der RBI.

„Aus heu­ti­ger Sicht er­scheint ei­ne se­riö­se Ein­schät­zung der Er­geb­nis­se und wirt­schaft­li­chen Aus­wir­kun­gen auf Fremd­wäh­rungs­kre­di­te in Po­len nicht mög­lich“, teil­te die Bank nach der Ur­teils­ver­kün­dung mit.

Viel wich­ti­ger wird es aber für die RBI sein, ih­re Kos­ten zu sen­ken. Bis 2021 will Strobl die Cos­tIn­co­me-Ra­tio, al­so das Ver­hält­nis von Auf­wän­den und Er­trä­gen, auf 55 Pro­zent drü­cken. Zu­letzt stieg das Ver­hält­nis so­gar auf rund 60 Pro­zent. So wur­de jüngst ver­kün­det, dass in Russ­land 44 von 174 Fi­lia­len ge­schlos­sen wer­den.

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