Weih­nach­ten oh­ne Pom­sie

Die Presse - - MENSCHEN/VERANSTALT­UNGEN - VON MIR­JAM MARITS E-Mails an: mir­[email protected]­pres­se.com

Auch

wenn man manch­mal weh­mü­tig wird, wie schnell die Kin­der denn nicht groß wer­den – ei­nen gro­ßen Vor­teil hat es: Die Ge­schen­ke­wün­sche wer­den mit zu­neh­men­dem Al­ter ver­nünf­ti­ger. Na­tür­lich kann es nur berg­auf ge­hen, wenn man sich an­schaut, was bis­her al­les im Brief an das Christ­kind stand. Da wä­re das Ein­horn mit blin­ken­dem, ähm, Ein­horn, das man mit ei­ner li­la Erd­bee­re füt­tern kann. (Thront jetzt oben auf dem Kas­ten.) Oder die flie­gen­de Bar­bie (ei­ne Art Droh­ne für Klein­kin­der), die mun­ter und Un­gui­ded-Mis­si­le­ar­tig durch die Woh­nung düs­te, hier an­schramm­te, dort tou­chier­te, und ein, zwei fra­gi­le Ikea-Steh­lam­pen auf dem Ge­wis­sen hat. (Wohnt heu­te im Kel­ler.)

Bei­na­he hät­te es heu­er ein hoch­in­ter­es­san­tes Et­was auf die Wun­sch­lis­te ge­schafft (wur­de aber ge­stri­chen), das sich Pom­sies Lu­mies nennt. Da­bei han­delt es sich um wei­ße, ku­gel­ar­ti­ge Plü­schwu­schel mit rie­si­gen Au­gen und re­gen­bo­gen­far­be­nen Haa­ren, die wohl im wei­tes­ten Sinn Tie­re sein sol­len. Die­se in­ter­ak­ti­ven Haus­tie­re ha­ben so et­was wie ei­ne ein­ge­bau­te Cha­mä­le­on­funk­ti­on: Stellt man das Pom­sie auf ei­ne ro­sa Un­ter­la­ge, färbt es sich ro­sa, sitzt es auf ei­nem blau­en Pols­ter, wird es blau, und so wei­ter. Dem nicht ge­nug, kön­nen die­se Pom­sies, wenn ich das rich­tig ver­ste­he, die Far­ben, auf de­nen sie zu ste­hen kom­men, in Mu­sik um­wan­deln. Mehr als 1000 ver­schie­de­ne mu­si­ka­li­sche „Mi­xes“sind mög­lich, steht da. Mehr als 1000! Stel­len Sie sich ein­mal vor, wie so ein Kitsch-Wu­schel­dings Far­ben wie sa­gen wir Neon­gelb oder Knall­pink mu­si­ka­lisch um­setzt! Oder bei­de zu­sam­men! Das kann ja prak­tisch nur zum Da­von­lau­fen sein (aus Er­wach­se­nen­sicht, Kin­der fin­den es na­tür­lich um­so groß­ar­ti­ger), und na­tür­lich wer­den, wie bei al­len elek­tro­ni­schen Kin­der­spiel­sa­chen, die Bat­te­ri­en nie­mals aus­ge­hen. Jetzt bin ich al­so ziem­lich froh, dass das Pom­sies­dings nicht im Brief ans Christ­kind steht. Ei­ner­seits. An­de­rer­seits wä­re es schon in­ter­es­sant zu wis­sen, ob es wirk­lich 1000 mu­si­ka­li­sche Va­ri­an­ten drauf­hat. Falls Sie al­so ih­re Weih­nachts­fei­er­ta­ge in Ge­gen­wart ei­nes sol­chen Pom­sies ver­brin­gen dür­fen oder müs­sen: Be­rich­ten Sie mir doch. Bit­te, dan­ke.

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