Auf­stand ge­gen „lee­re Wor­te“

Kli­ma­schutz. Be­vor die UN-Kli­ma­kon­fe­renz in die zwei­te Run­de geht, ha­ben Tau­sen­de in Madrid de­mons­triert.

Die Presse - - ECONOMIST -

Die Ju­gend macht auf dem UN-Kli­ma­gip­fel in Madrid Druck. Mil­lio­nen jun­ge Men­schen rund um den Erd­ball, die sich in der Fri­days-for-Fu­ture-Be­we­gung or­ga­ni­siert ha­ben, for­dern kla­re Fort­schrit­te auf der Kli­ma­kon­fe­renz, die am heu­ti­gen Mon­tag in die ent­schei­den­de Run­de geht. In der ers­ten Gip­fel­wo­che wur­den et­li­che wis­sen­schaft­li­che Stu­di­en prä­sen­tiert, die be­le­gen, dass der Kli­ma­wan­del schnel­ler vor­an­schrei­tet als ge­dacht. Die For­scher war­nen ein­hel­lig, dass die bis­he­ri­gen Um­welt­schutz­zu­sa­gen der Staa­ten­ge­mein­schaft nicht aus­rei­chen, um die Er­der­wär­mung zu brem­sen.

Am Frei­tag­abend hat­ten zehn­tau­sen­de über­wie­gend jun­ge Men­schen in der spa­ni­schen Haupt­stadt de­mons­triert. An­ge­führt von der jun­gen schwe­di­schen Ak­ti­vis­tin Gre­ta Thun­berg for­der­ten die De­mons­tran­ten, dass die Kli­ma­kon­fe­renz COP25 mit kon­kre­ten Zu­sa­gen für ei­ne dras­ti­sche Re­du­zie­rung der Treib­haus­ga­se en­den müs­se. „So kann es nicht wei­ter­ge­hen“, sag­te die 16-jäh­ri­ge Thun­berg un­ter gro­ßem Bei­fall der Men­ge. „Men­schen ster­ben we­gen der Kli­ma­kri­se.“

Es war nach Schät­zung spa­ni­scher Me­di­en die größ­te Kund­ge­bung für den Um­welt­schutz, die Spa­ni­en je ge­se­hen hat. Auch wenn die An­ga­ben über die Teil­neh­mer­zah­len schwank­ten: Die Or­ga­ni­sa­to­ren spra­chen von 500.000 Per­so­nen. Die Po­li­zei zähl­te 15.000, was Be­ob­ach­tern an­ge­sichts des Mas­sen­an­drangs nied­rig ge­grif­fen schien. Das Ge­drän­gel war so groß, dass Thun­berg vor­über­ge­hend „aus Si­cher­heits­grün­den“den Pro­test­zug ver­las­sen muss­te. 850 Or­ga­ni­sa­tio­nen hat­ten zum „Marsch für das Kli­ma“auf­ge­ru­fen.

Die Mas­sen­de­mons­tra­ti­on sei ein Zei­chen der Hoff­nung ge­we­sen, er­klär­te Thun­berg am Wo­che­n­en­de: „Dies ist der An­fang ei­ner Ve­rän­de­rung. Die Welt wacht an­ge­sichts der Kli­ma- und Um­welt­kri­se lang­sam auf.“Die Re­gie­rungs­chefs könn­ten nicht län­ger die Er­kennt­nis­se der Wis­sen­schaft igno­rie­ren.

Thun­berg, die durch ihr En­ga­ge­ment zum Idol der glo­ba­len Kli­ma­schutz­be­we­gung auf­stieg, hat­te den Po­li­ti­kern auf der Ab­schluss­kund­ge­bung vor­ge­wor­fen, nicht ge­nü­gend ge­gen die Er­der­hit­zung zu tun. „Wir wer­den dies nicht län­ger durch­ge­hen las­sen“, sag­te die Teen­ager-Ak­ti­vis­tin. „Es reicht jetzt.“Zu ih­ren jun­gen An­hän­gern sag­te sie: „Die Wen­de, die wir brau­chen, wird nicht von den Mäch­ti­gen kom­men, son­dern von den Men­schen­mas­sen, die ei­nen Kurs­wech­sel ver­lan­gen.“

An ei­ner gro­ßen Ta­fel im Gip­fel-Ta­gungs­pa­last auf dem Ma­dri­der Mes­se­ge­län­de ha­ben Kin­der und Ju­gend­li­che hun­der­te Bit­ten und Bot­schaf­ten an­ge­bracht. „Wir wol­len ei­ne bes­se­re Zu­kunft und oh­ne Um­welt­ver­schmut­zung“, schreibt zum Bei­spiel die Schü­le­rin Oli­via. In et­li­chen Brie­fen be­dan­ken sich die jun­gen Men­schen bei Gre­ta, die zum Vor­bild ei­ner gan­zen Ge­ne­ra­ti­on wur­de.

Spa­ni­ens so­zia­lis­ti­scher Pre­mier Pe­dro San­chez´ er­klär­te sei­ne So­li­da­ri­tät mit den jun­gen Men­schen und un­ter­stütz­te ih­ren gro­ßen Kli­ma­marsch. Die Ge­ne­ral­se­kre­tä­rin des UN-Kli­ma­se­kre­ta­ri­ats, Patri­cia Espi­no­sa, hat­te sich eben­falls lo­bend über den Auf­stand der Ju­gend ge­äu­ßert: „Die Mo­bi­li­sie­rung auf den Stra­ßen hilft uns.“

Auf der noch bis Frei­tag dau­ern­den Kli­ma­kon­fe­renz COP25 wird von die­sem Mon­tag an auf Mi­nis­ter­ebe­ne ver­han­delt.

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In Madrid fand die größ­te Kli­ma­de­mons­tra­ti­on statt, die es in Spa­ni­en je ge­ge­ben hat.

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