Kli­ma für ATX-Fir­men kaum The­ma

Be­richt­er­stat­tung. Nur 18 Pro­zent be­schrei­ben ih­re Kli­ma­stra­te­gie aus­führ­li­cher.

Die Presse - - FINANZEN -

Die im ATX-Pri­me (die­ser um­fasst ne­ben den 20 ATX-Wer­ten noch 19 wei­te­re Fir­men) no­tier­ten Un­ter­neh­men las­sen bei ih­ren In­for­ma­tio­nen über kli­ma­re­le­van­te Maß­nah­men noch zu wün­schen üb­rig. Bei rund 60 Pro­zent der Un­ter­neh­men wer­den zwar Kli­ma­the­men in der Stra­te­gie kurz er­wähnt oder Maß­nah­men zur An­pas­sung an den Kli­ma­wan­del ge­nannt. Aber nur knapp 18 Pro­zent lie­fern ei­ne aus­führ­li­che­re Be­schrei­bung, zeigt ei­ne Un­ter­su­chung des Be­ra­tungs­un­ter­neh­mens PwC.

„Zwar the­ma­ti­sie­ren vie­le Un­ter­neh­men den Kli­ma­wan­del an­satz­wei­se“, de­tail­lier­te In­for­ma­tio­nen wer­den meist aber nicht dar­ge­stellt, kri­ti­siert PwC. In der Re­gel wer­den kli­ma­re­le­van­te In­for­ma­tio­nen im Nach­hal­tig­keits- oder Kon­zern­be­richt er­wähnt, ei­nen ei­ge­nen klima­spe­zi­fi­schen Be­richt hat kei­nes der un­ter­such­ten Un­ter­neh­men.

Nur zwei von 39 Fir­men ver­wei­sen auf die TCFD, die Task Force on Cli­ma­te-re­la­ted Fi­nan­ci­al Dis­clo­sures. Die EU-Emp­feh­lun­gen zu kli­ma­be­zo­ge­nen In­for­ma­tio­nen in der Un­ter­neh­mens­be­richt­er­stat­tung ba­sie­ren auf Emp­feh­lun­gen der TCFD aus dem Jahr 2017. Auch wer­den kli­ma­re­le­van­te In­for­ma­tio­nen ent­ge­gen der TCFD-Emp­feh­lung häu­fig ge­trennt von der Fi­nanz­be­richt­er­stat­tung er­wähnt. We­nig über­ra­schend zeigt sich, dass die vom Kli­ma­wan­del am of­fen­sicht­lichs­ten be­trof­fe­nen Bran­chen in Be­zug auf die Be­richt­er­stat­tung am wei­tes­ten fort­ge­schrit­ten sind. Die Bran­chen­grup­pe Grund­in­dus­trie und Ver­sor­ger be­rich­tet im Ver­gleich am aus­führ­lichs­ten.

40 Pro­zent der Un­ter­neh­men ge­hen nicht auf kli­ma­be­zo­ge­ne Chan­cen oder Ris­ken ein. Bei den an­de­ren wird häu­fi­ger über Ris­ken als über Chan­cen be­rich­tet. Da­bei sind die Ver­ant­wort­lich­kei­ten für Kli­ma­f­ra­gen auf Vor­stands- und teil­wei­se auch auf Ma­nage­ment­ebe­ne meist nicht klar be­schrie­ben. Fast die Hälf­te der Un­ter­neh­men er­wäh­nen mög­li­che kli­ma­be­zo­ge­ne fi­nan­zi­el­le Aus­wir­kun­gen, die­se wer­den je­doch in den sel­tens­ten Fäl­len quan­ti­fi­ziert.

Für die Stu­die wur­den Ge­schäfts- so­wie Nach­hal­tig­keits­bzw. nicht fi­nan­zi­el­le Be­rich­te und Er­klä­run­gen der 39 Un­ter­neh­men des ATX Pri­me für das Ge­schäfts­jahr 2018 bzw. 2017/2018 ana­ly­siert. Die PwC-Ex­per­ten ra­ten den ATX-Pri­me-Un­ter­neh­men un­ter an­de­rem, sich ei­nen Über­blick über die un­ter­schied­li­chen na­tio­na­len und in­ter­na­tio­na­len Er­war­tun­gen der Sta­ke­hol­der (Mit­ar­bei­ter, Kun­den, Um­welt, Ak­tio­nä­re) zu ver­schaf­fen. (APA/red.)

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