Ka­tho­li­sche Kir­che ist fle­xi­bel ge­wor­den

Die Presse - - DEBATE -

Trau­ri­ger­wei­se kam die­ses The­ma, weil of­fen­bar als un­er­heb­lich be­trach­tet, im er­lauch­ten Kreis wie­der ein­mal nicht zur Spra­che. Ös­ter­reich ist, und das ist äu­ßerst bla­ma­bel, wie Ko­trschal rich­tig sagt, ein schwar­zes Loch für die gro­ßen Beu­t­e­g­rei­fer und ih­re ge­flü­gel­ten Lei­dens­ge­nos­sen. Zi­tat: „Es wird il­le­gal ge­schos­sen und ver­gif­tet, was das Zeug hält.“Dies ist ei­ner un­hei­li­gen Al­li­anz, bes­ser ei­nem mäch­ti­gen Filz von Jagd, Politik und Wirtschaft ge­schul­det.

Sag mir, wo die Grü­nen sind, wo sind sie ge­blie­ben? rung“, son­dern ein jam­mer­vol­ler Hau­fen von De­spe­ra­dos, die nicht ein­mal die Haupt­stadt Tri­po­lis voll­stän­dig un­ter ih­rer Kon­trol­le ha­ben. Die „un­ter Ver­schluss ge­hal­te­ne“Ab­ma­chung wird trotz Waf­fen­lie­fe­run­gen aus der Tür­kei das En­de der in­ter­na­tio­na­len An­er­ken­nung der hilf­lo­sen Schein­re­gie­rung des Pre­mier­mi­nis­ters alSarr­adsch be­schleu­ni­gen, zu­mal de­ren Ge­gen­spie­ler Mar­schall Haftar nicht nur vom be­nach­bar­ten Ägyp­ten, Sau­dia­ra­bi­en und Russ­land Un­ter­stüt­zung er­hält; sei­ne Macht­über­nah­me wird in­zwi­schen auch von Frank­reich und ein­fluss­rei­chen Krei­sen der USAd­mi­nis­tra­ti­on fa­vo­ri­siert. auf Ba­sis des Nie­der­las­sungs- und Auf­ent­halts­rechts zu er­mög­li­chen, wenn die­se be­stimm­te Kri­te­ri­en (Be­darf, In­te­gra­ti­on, Un­be­schol­ten­heit, Deutsch­kennt­nis­se usw.) er­fül­len, fin­de ich sehr gut. Ös­ter­reich darf durch­aus Vor­tei­le aus der Mi­gra­ti­ons­wel­le zie­hen.

Im Ge­gen­satz zu Herrn Kon­rad war­ne ich aber, die Pull-Fak­to­ren (ich fin­de den Be­griff rich­tig und wich­tig) au­ßer Acht zu las­sen. War­um? Das Po­ten­zi­al an Mi­gran­ten, wel­ches nach Eu­ro­pa kom­men könn­te, ist sehr groß. Zum Bei­spiel be­frag­te Afro­ba­ro­me­ter Afri­ka­ner, ob sie hier­her kom­men möch­ten, und er­rech­ne­te Mil­lio­nen. Das wun­dert nicht, weil es dort ein star­kes Be­völ­ke­rungs­wachs­tum gibt und kaum le­bens­wer­te Per­spek­ti­ven ge­bo­ten wer­den kön­nen (Ge­walt, feh­len­de Ar­beits­plät­ze, Kli­ma­wan­del usw.).

Im Sin­ne der Ver­ant­wor­tungs­ethik müs­sen ös­ter­rei­chi­sche Po­li­ti­ker die Auf­nah­me von Mi­gran­ten so ge­stal­ten, dass es für die Ge­sell­schaft schaff­bar ist. Das ist si­cher ei­ne Grat­wan­de­rung in Re­la­ti­on zur Ge­sin­nungs­ethik. Auf­grund der dzt. fest­stell­ba­ren In­di­ka­to­ren ist ei­ne neu­er­li­che Mi­gra­ti­ons­wel­le ähn­lich 2015 durch­aus mög­lich.

„Wie die ÖVP die Kir­che links lie­gen lässt“, „Stadt­ge­spräch“von Diet­mar Neu­wirth, 6. 12.

Bit­te kein Streit­the­ma da­zu kon­stru­ie­ren und kei­ne neue un­hei­li­ge Al­li­anz zwi­schen Kir­che und Ge­werk­schaf­ten auf­bau­en. Die mo­der­ne Ge­sell­schafts­struk­tur will täg­li­che Be­reit­schaf­ten, und da­zu zählt be­son­ders auch im Tou­ris­mus­land Ös­ter­reich die durch­gän­gi­ge Ein­kaufs­mög­lich­keit. Der Han­del braucht auf­grund des über­hand­neh­men­den On­line­han­dels oh­ne­dies neue Im­pul­se.

Die ka­tho­li­sche Kir­che ist mit Vor­abend­mes­sen etc. in Be­zug auf die zen­tra­le re­li­giö­se Sonn­tags­pflicht fle­xi­bel ge­wor­den.

Zum bi­bli­schen Ru­he­tag: An der krea­tio­nis­ti­schen Schöp­fungs­ge­schich­te hal­ten wohl nur mehr fun­da­men­ta­lis­ti­sche Chris­ten fest. Al­so auch in die­ser Be­zie­hung Ent­war­nung für die christ­lich­so­zia­le ÖVP. Selbst die zu­neh­men­de Sä­ku­la­ri­sie­rung der Ge­sell­schaft kann nicht ei­ner Sonn­tags­ar­beit an­ge­las­tet wer­den. Das Ar­gu­ment ei­ner Um­welt­be­las­tung durch zu­neh­men­den Ver­kehr ist dem Zeit­geist ge­schul­det und ver­dient kei­ne Ent­geg­nung.

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