Schon mehr to­te Fuß­gän­ger als 2018

Un­fäl­le. Ei­ne 86-Jäh­ri­ge mit Rol­la­tor, die An­fang De­zem­ber auf ei­nem Ze­bra­strei­fen in Wels an­ge­fah­ren wur­de, ist ge­stor­ben.

Die Presse - - ÖSTERREICH -

Wi­en. Seit Jah­res­an­fang sind in Ös­ter­reich 389 Men­schen im Stra­ßen­ver­kehr ums Le­ben ge­kom­men, dar­un­ter 55 Fuß­gän­ger. Das ist schon jetzt ein Plus bei ge­tö­te­ten Pas­san­ten um 17 Pro­zent im Ver­gleich zum ge­sam­ten Vor­jahr. Die­se den Zei­t­raum bis Sonn­tag er­fas­sen­den Zah­len ver­öf­fent­lich­te der ÖAMTC am Di­ens­tag.

Das 56. Op­fer ver­starb da­nach. Ei­ne 86-Jäh­ri­ge, die am 4. De­zem­ber in Wels beim Über­que­ren ei­nes Ze­bra­strei­fens mit ei­nem Rol­la­tor von ei­nem Au­to nie­der­ge­fah­ren wor­den war, ist im Spi­tal ih­ren Ver­let­zun­gen er­le­gen. Das be­rich­te­te die Po­li­zei am Di­ens­tag. Der Un­fall­len­ker hat­te zu­nächst Fah­rer­flucht be­gan­gen, sich aber tags dar­auf ge­stellt.

Laut Sta­tis­tik gab es in den Mo­na­ten De­zem­ber und Jän­ner in den ver­gan­ge­nen sie­ben Jah­ren stets die meis­ten ge­tö­te­ten Fuß­gän­ger. Das lie­ge dar­in be­grün­det, dass vie­le We­ge am spä­ten Nach­mit­tag und frü­hen Abend zu­rück­ge­legt wer­den, al­so bei schlech­ten Sicht­be­din­gun­gen, be­ton­te der ÖAMTC. Seit 2010 sind auf Ös­ter­reichs Stra­ßen ins­ge­samt 751 Fuß­gän­ger töd­lich ver­un­glückt. Der Mo­bi­li­täts­club be­kräf­tig­te sei­ne For­de­rung nach Ver­bes­se­run­gen bei Schutz­we­gen und ei­ner ra­schen Aus­stat­tung der Fahr­zeu­ge mit au­to­ma­ti­schen Not­brems­sys­te­men samt Fuß­gän­ger­er­ken­nung.

Zu we­nig Licht

Ge­ra­de für äl­te­re Fuß­gän­ger sei Letz­te­res auf­grund ih­rer hö­he­ren Ver­letz­lich­keit ein wich­ti­ger Bei­trag zur Mi­ni­mie­rung von Un­fall­fol­gen. Vor al­lem die Be­leuch­tung von Ze­bra­strei­fen wei­se teils gro­be Schwä­chen auf. Da­bei sei­en gu­te Sicht­be­zie­hun­gen zwi­schen Len­ker und Fuß­gän­ger so­wie ei­ne nied­ri­ge An­nä­he­rungs­ge­schwin­dig­keit der Fahr­zeu­ge für ei­nen ef­fi­zi­en­ten Schutz­weg we­sent­lich. Schutz­we­ge, für die kein Be­darf mehr be­steht, soll­ten au­ßer­dem auf­ge­las­sen oder ver­legt wer­den.

Auch die ent­spre­chen­de Be­wusst­seins­bil­dung müs­se ge­för­dert wer­den, denn rund 37 Pro­zent al­ler töd­li­chen Fuß­gän­ge­run­fäl­le sind auf ei­ge­nes Fehl­ver­hal­ten zu­rück­zu­füh­ren. In die­sem Zu­sam­men­hang spie­le auch die Ablen­kung durch Kopf­hö­rer- und Smart­pho­ne-Nut­zung ei­ne nicht zu un­ter­schät­zen­de Rol­le. Au­to­fah­rer müss­ten ge­ra­de in der dunk­len Jah­res­zeit be­son­ders auf­merk­sam und brems­be­reit un­ter­wegs sein. Fuß­gän­ger müs­sen sich der Ge­fah­ren von Un­kon­zen­triert­heit und Ablen­kung be­wusst sein.

In Deutsch­land hin­ge­gen sinkt die Zahl der Ver­kehrs­to­ten vor­aus­sicht­lich auf ei­nen neu­en Tief­stand. Das Sta­tis­ti­sche Bun­des­amt er­war­tet laut ei­ner gleich­falls am Di­ens­tag ver­öf­fent­lich­ten Pro­gno­se ei­nen Rück­gang auf et­wa 3090. Da­mit wür­de der bis­he­ri­ge Tief­stand aus dem Jahr 2017 mit 3180 Ver­kehrs­to­ten un­ter­schrit­ten. Es hand­le sich um ei­ne Schät­zung auf Ba­sis der Un­fäl­le bis Sep­tem­ber. Ver­gan­ge­nes Jahr star­ben 3275 Men­schen auf deut­schen Stra­ßen. Bei der Ver­letz­ten­zahl sei eben­falls mit ei­nem po­si­ti­ven Trend zu rech­nen, sie dürf­te um drei Pro­zent auf 383.000 sin­ken. (APA/red.).

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