„Pu­tin ist schlau, Kn­eissl ist klug“

Die Presse - - DEBATTE -

So­zia­lis­mus, hat er ein ver­zerr­tes Men­schen­bild ge­mein. Letz­te­rer ver­götzt das Kol­lek­tiv, der Li­be­ra­lis­mus das In­di­vi­du­um. Bei­de Ideo­lo­gi­en ver­spre­chen Frei­heit, füh­ren aber tat­säch­lich neue Zwän­ge ein. In un­se­rer an­geb­lich frei­en und of­fe­nen Ge­sell­schaft herrscht durch die Po­li­ti­cal Cor­rect­ness fak­ti­sche Zen­sur. Dene­en hat recht, wenn er von zu­neh­men­der Ent­wur­ze­lung und Ge­schichts­lo­sig­keit des west­li­chen Men­schen schreibt. Mann, Frau, Fa­mi­lie und Ge­mein­schaft sind das Er­geb­nis bio­lo­gi­scher und kul­tu­rel­ler Evo­lu­ti­on und kei­nes­falls re­ak­tio­nä­re „Kon­struk­te“.

Kon­struk­te sind viel­mehr die 60 Ge­schlech­ter des Gen­der-Main­strea­m­ing. Als tra­gi­sche Fi­gu­ren der Ent­frem­dung von den na­tür­li­chen Grund­la­gen hu­ma­ner Exis­tenz se­hen wir ho­mo­se­xu­el­le Paa­re, die ihr Kind von in­di­schen Leih­müt­tern aus­tra­gen las­sen, und Kar­rie­re­frau­en, die glau­ben, auf Kin­der ver­zich­ten zu müs­sen. Das Schei­tern des ra­di­kal-li­be­ra­len Ge­sell­schafts­mo­dells of­fen­bart sich fol­ge­rich­tig im dra­ma­ti­schen Rück­gang der Ge­bur­ten in den west­li­chen Län­dern. Die Na­tur ver­zeiht eben kei­ne Feh­ler.

„Kn­eissls ,Prinz Eu­gen‘ im Mos­kau­er Pusch­kin-Mu­se­um“von

Jut­ta Som­mer­bau­er, 7. 12.

Der aus­ge­zeich­ne­ten Russ­lan­dKor­re­spon­den­tin muss hier wi­der­spro­chen wer­den, wenn sie Ka­rin Kn­eissl ei­ne „Roman­ze mit dem Kreml“vor­wirft, weil die­se ihr ins Rus­si­sche über­setz­te Kin­der­buch über Prinz Eu­gen, das „ge­rüch­te­wei­se“(!) Pu­tin ge­fiel, im Rah­men ei­ner Ver­an­stal­tung des ös­ter­rei­chisch-rus­si­schen Dia­log­fo­rums

(!) prä­sen­tie­ren wird. Ein Buch „über den Ober­be­fehls­ha­ber im Krieg ge­gen die Os­ma­nen“die­ne nicht der Völ­ker­ver­stän­di­gung. Aber nicht Prinz Eu­gen war der Ag­gres­sor, das wa­ren die Os­ma­nen un­ter Sul­tan Achmed III.! Prinz Eu­gen be­frei­te den Bal­kan mit klu­ger Tak­tik und per­sön­li­chem Mut in drei Schlach­ten (Mo­hacs,´ Pe­ter­ward­ein, Bel­grad).

Kn­eissl (sie ist bis heu­te par­tei­los) spricht fünf Spra­chen, dar­un­ter Rus­sisch und Ara­bisch. Sie hat die gro­ße Per­spek­ti­ve und sieht die Bei­trä­ge Russ­lands zur eu­ro­päi­schen Li­te­ra­tur, Mu­sik und Ma­le­rei. Wir hof­fen wie Kn­eissl und vie­le Rus­sen auf ein bes­se­res, ein eu­ro­päi­sches Russ­land nach Pu­tin. Pu­tin ist schlau, Kn­eissl ist klug.

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