Will man die Milch­vieh­hal­tung ab­schaf­fen?

Die Presse - - DEBATTE -

„Tau­sen­de Bau­ern zit­tern um Bi­oS­ta­tus“von Nor­bert Rief, 11. 12. Nicht nur die Bi­o­bau­ern ban­gen um ih­re Exis­tenz, son­dern auch 50 Pro­zent der kon­ven­tio­nel­len Bau­ern, die ih­re Tie­re meist in Kleinst­be­trie­ben in An­bin­de­hal­tung hal­ten. Ge­ra­de in klei­nen Be­trie­ben, wo Tie­re mit ei­ge­nen Na­men und „Fa­mi­li­en­an­schluss“ge­hal­ten wer­den, sind die­se The­men ne­ben den ka­ta­stro­pha­len Prei­sen (Milch und Fleisch) für vie­le der Grund zur Be­triebs­schlie­ßung. Die oft so idyl­lisch dar­ge­stell­ten Klein­be­trie­be wer­den meist im Ne­ben­er­werb ge­führt, die Haupt­ar­beit wird von Frau­en bzw. Pen­sio­nis­ten er­le­digt. Dies be­stä­ti­gen auch die Un­fall­mel­dun­gen bzw. sich häu­fen­de To­des­fäl­le. All die­se Um­stän­de ha­ben da­zu ge­führt, dass sich der Kuh­be­stand seit 1970 (1,2 Mio. Kü­he) auf ak­tu­ell 460.000 Milch­kü­he de­zi­miert hat. Das hat zur Fol­ge, dass in Ho­tel­le­rie, Gas­tro­no­mie und Groß­kü­chen 70 Pro­zent des an­ge­bo­te­nen Rind­flei­sches aus Ar­gen­ti­ni­en, Bra­si­li­en und Uru­gu­ay stam­men, bei Kalb­fleisch sind es be­reits 90 Pro­zent. Stän­dig mehr ge­setz­li­che Auf­la­gen ge­paart mit nicht kos­ten­de­cken­den Prei­sen, der Dop­pel­be­las­tung von Be­ruf und Ne­ben­er­werb sind die Haupt­grün­de für Be­triebs­schlie­ßun­gen. Die ge­sell­schaft­li­che Dis­kus­si­on über ei­ne Vier-Ta­ge-Wo­che im Kon­nex zu ei­ner Sie­ben-Ta­geWo­che bei der Tier­hal­tung und die un­zäh­li­gen Kon­trol­len im Be­trieb und For­de­run­gen von selbst er­nann­ten Ex­per­ten und Tier­schüt­zern tra­gen au­ßer­dem sehr zur De­mo­ti­va­ti­on bei.

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