Im­mer hö­he­re Ver­lus­te trotz Gel­des aus Chi­na

Der Lu­xus­wä­sche-Kon­zern stellt sich neu auf. Es ist nicht die ers­te Re­struk­tu­rie­rung.

Die Presse - - FINANZEN -

Kein Chef, aber Zah­len so rot wie die High Heels des Mo­dels auf der Web­site: Der Lu­xus­wä­sche-Her­stel­ler Wol­ford, der 2018 vom chi­ne­si­schen Kon­zern Fo­sun ge­ret­tet wur­de und ein zehn Mio. Eu­ro schwe­res Dar­le­hen er­hielt, braucht mög­li­cher­wei­se ei­ne wei­te­re Geld­sprit­ze. Denn im ers­ten Halb­jahr des Ge­schäfts­jah­res 2019/2020 wuchs der Ver­lust von 7,33 auf 11,86 Mio. Eu­ro.

Der Um­satz fiel um drei Pro­zent auf 60,49 Mio. Eu­ro. Rück­gän­ge gab es in Ös­ter­reich (mi­nus 15 Pro­zent), Deutsch­land, den USA und Frank­reich und vor al­lem in Asi­en, wo die Un­ru­hen in Hong­kong die Er­lö­se um ein Vier­tel schmä­ler­ten. Wol­ford lei­de wie der ge­sam­te sta­tio­nä­re Mo­de­han­del un­ter ei­nem „tief­grei­fen­den Struk­tur­wan­del“und ei­ner sin­ken­den Kun­den­fre­quenz in We­st­eu­ro­pa, lau­tet die Be­grün­dung des Un­ter­neh­mens für den Ab­schwung.

Das seit dem Ab­gang von Vor­stands­chef Axel Dre­her An­fang No­vem­ber am­tie­ren­de Füh­rungs­duo Sil­via Az­za­li und Andrew Thorn­di­ke be­zeich­ne­te die Si­tua­ti­on als „nicht zu­frie­den­stel­lend“. 2020/21 soll es wie­der ei­nen ope­ra­ti­ven Ge­winn ge­ben.

Das ist ein schwie­ri­ges Un­ter­fan­gen: Das Ebit war zum Halb­jahr mit mi­nus 9,38 Mio. Eu­ro schon schlech­ter als der Ge­samt­jah­res­wert 2018/19 von mi­nus 8,98 Mio. Eu­ro. Auch der Net­to­ver­lust zum Halb­jahr über­steigt den Vor­jah­res­wert von 11,1 Mio. Eu­ro. Im Zu­ge des­sen ver­rin­ger­te sich die Ei­gen­ka­pi­tal­quo­te von 39 auf 18 Pro­zent.

Das Vor­stands­team Az­za­li und Thorn­di­ke, „ist der­zeit da­bei, die La­ge ge­nau zu ana­ly­sie­ren und auf die­ser Ba­sis ei­nen Mas­ter­plan für Wol­ford mit kurz-, mit­tel- und lang­fris­ti­gen Maß­nah­men zu ent­wi­ckeln“, heißt es im Ge­schäfts­be­richt. Das Ziel sei „ei­ne nach­hal­ti­ge Neu­auf­stel­lung von Wol­ford als pro­fi­ta­bles Un­ter­neh­men“. Und es „gilt auch, die Kos­ten an die

Um­satz­ent­wick­lung an­zu­pas­sen“. Ken­nern des Un­ter­neh­mens kommt das be­kannt vor: Dre­her ist schon 2017 ei­ne Re­struk­tu­rie­rung an­ge­gan­gen, nach­dem das Er­geb­nis im Ge­schäfts­jahr 2016/17 auf mi­nus 17,88 Mio. Eu­ro ab­ge­sackt war. Der Er­folg blieb aus. Nun wer­den ein­zel­ne Bou­ti­quen­stand­or­te auf den Prüf­stand ge­stellt, da­für soll es in an­de­ren Be­rei­chen Wachs­tum ge­ben. Neue Stand­or­te gab es zu­letzt in Ja­pan und Chi­na, Istan­bul, Prag und Bel­grad.

Die Ak­tie, die nur noch im Stan­dard Mar­ket no­tiert, hat heu­er rund 50 Pro­zent an Wert ver­lo­ren und no­tier­te am Frei­tag un­ver­än­dert bei sechs Eu­ro. (eid)

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