Gras­ser: 2,5 Mio. Kos­ten

Bu­wog-Pro­zess. Karl-Heinz Gras­ser kri­ti­siert An­kla­ge­be­hör­de; Jus­tiz­mi­nis­ter: „Kom­pli­zier­te Cau­sa“.

Die Presse - - ECONOMIST / INLAND -

Für Ex-Fi­nanz­mi­nis­ter Karl­Heinz Gras­ser, den Haupt­an­ge­klag­ten des Bu­wog-Ver­fah­rens, sind bis­her 2,5 Mil­lio­nen Eu­ro an Pro­zess­kos­ten an­ge­fal­len. Dies er­klär­te der frü­he­re FPÖ-Po­li­ti­ker der „Kro­nen Zei­tung“. Der durch die lan­ge Ver­hand­lung ent­stan­de­ne Ver­dienst­ent­gang sei noch hö­her, füg­te Gras­ser an. „Ich muss­te al­les, was ich hat­te, ver­kau­fen. Die Woh­nung in Wi­en, die See­lie­gen­schaft am Wör­t­her­see.“

Gras­ser be­teu­er­te ein­mal mehr sei­ne Schuld­lo­sig­keit und wies dar­auf­hin, dass er auch im Fall ei­nes Frei­spruchs le­dig­lich ei­nen Pau­schal­kos­ten­er­satz von 5000 Eu­ro zu er­war­ten ha­be. Der Haupt­an­ge­klag­te sieht den Straf­pro­zess um Kor­rup­ti­ons­ver­dacht bei der Pri­va­ti­sie­rung von Bun­des­wohn­bau­ge­sell­schaf­ten (Bu­wog und an­de­re) po­li­tisch mo­ti­viert. Und er sieht sich durch al­le bis­her be­frag­ten Zeu­gen be­stä­tigt.

Der Ex-Fi­nanz­mi­nis­ter kri­ti­sier­te auch er­neut die Dau­er des Ver­fah­rens und rich­tet hef­ti­ge Vor­wür­fe ge­gen die An­kla­ge­be­hör­de:

„Ich glau­be, man kann sa­gen, dass es ei­ne wild ge­wor­de­ne Staats­an­walt­schaft gibt, die über­all das Bö­se und das Ver­bre­chen wit­tert. Heu­te er­mit­teln sie eben ge­gen zwei an­de­re ehe­ma­li­ge Fi­nanz­mi­nis­ter. Und wie­der kom­men die Ak­ten an die Öf­fent­lich­keit. Mit ei­nem Fuß stehst du als Po­li­ti­ker im­mer im Kri­mi­nal.“

Jus­tiz­mi­nis­ter Cle­mens Ja­blo­ner nimmt im In­ter­view mit der „Klei­nen Zei­tung“und der „Neu­en Vor­arl­ber­ger Ta­ges­zei­tung“auch zum Bu­wog-Pro­zess Stel­lung. Das Ver­fah­ren daue­re so lang (am 12. De­zem­ber ver­zeich­ne­te der Pro­zess sei­nen zwei­ten Jah­res­tag), weil es ei­ne „sehr kom­pli­zier­te Wirt­schaft­scau­sa mit in­ter­na­tio­na­len Ver­flech­tun­gen“sei.

Schon die Er­mitt­lun­gen der Kor­rup­ti­ons­staats­an­walt­schaft hät­ten lang ge­dau­ert. Wie be­rich­tet ver­gin­gen al­lein für die­sen Ver­fah­rens­ab­schnitt sie­ben Jah­re. Laut Ja­blo­ner gibt es in der Jus­tiz „Ef­fi­zi­enz­de­fi­zi­te“. (m. s./APA)

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