Re­li­gi­on spielt kei­ne Rol­le, Glau­be sehr wohl

Die Presse - - DEBATTE -

„Vor Weih­nach­ten: Zwist Staat – Kir­chen“, von D. Neu­wirth, 9. 12. Ich ver­ste­he „Seel­sor­ge als Leib­sor­ge“. Es geht um wohl­wol­len­de Zu­wen­dung zur Per­son als Ganz­heit. Ein be­kann­ter Pu­bli­zist, der ei­ni­ge schwe­re Ope­ra­tio­nen hin­ter sich hat, be­stä­tig­te uns un­längst, wie sehr Schmer­zen an Kraft ver­lie­ren kön­nen, so­bald ei­ne gu­te Stim­me, ein net­tes Ge­sicht, ei­ne strei­cheln­de Hand – ein Du – in un­ser Blick­feld ge­ra­ten. Re­li­gi­on spielt da­bei kei­ne Rol­le, sehr wohl aber Glau­be! Glau­be, das ist Ver­trau­en, ei­ner­seits zu ei­nem „Gott“, an­der­seits wech­sel­sei­tig zum Ge­gen­über! So ge­se­hen ist das Ver­bot von Seel­sor­ge an Men­schen an­de­rer Re­li­gio­nen nur aus den Ge­dan­ken­bah­nen der da­ma­li­gen Zeit zu ver­ste­hen (1868) und er­satz­los zu strei­chen.

Trotz­dem muss es Ver­tre­tern ei­ner Glau­bens­ge­mein­schaft er­mög­licht wer­den, Mit­glie­der der ei­ge­nen Ge­mein­schaft im Kran­ken­haus zu fin­den. Ge­mein­schaft er­leich­tert Kon­takt und lebt vom Kon­takt. Für ih­re pro­tes­tan­ti­sche Initia­ti­ve dan­ke ich un­se­ren evan­ge­li­schen Ge­schwis­tern. Gott er­hal­te sie! Sie brau­chen nicht über per­sonae pro­ba­tae de­bat­tie­ren, son­dern kön­nen sich mit gan­zer Kraft der Sor­ge um die Men­schen zu­wen­den. Ein gleich­ar­ti­ger Pro­test­schrei mei­ner hier­zu­lan­de grö­ße­ren ka­tho­li­schen Kir­che ist mir nicht be­kannt. DI Jo­sef Ruf­fer, un­be­sol­de­ter Dia­kon in Ma­ria En­zers­dorf und Hin­ter­brühl

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