Bo­gner-Strauß, die Quer-Aus­stei­ge­rin

Por­trät. Die ehe­ma­li­ge Frau­en­mi­nis­te­rin muss­te erst in die Bun­des­po­li­tik hin­ein­wach­sen. In der Stei­er­mark blieb sie stets ver­wur­zelt. Dort wird sie nun Lan­des­rä­tin.

Die Presse - - INLAND -

Und auch ihr Lan­des­haupt­mann und Lan­des­par­tei­chef, Her­mann Schüt­zen­hö­fer, sag­te im No­vem­ber zur „Pres­se“: „Ich ge­he da­von aus, dass sie wie­der Mi­nis­te­rin wird.“

War­um wird sie es nun doch nicht? Bo­gner-Strauß ant­wor­te­te am Mon­tag in Graz: „Es ist ei­ne kla­re Ent­schei­dung für die Hei­mat, die Stei­er­mark – und die Fa­mi­lie.“

Im Nach­hin­ein be­trach­tet macht der Kar­rie­re­schritt durch­aus Sinn. In der Stei­er­mark war Bo­gnerS­trauß auch wäh­rend ih­rer Zeit als Bun­des­mi­nis­te­rin im­mer tief ver­wur­zelt. In die Bun­des­par­tei und in der Bun­des­po­li­tik muss­te sie al­ler­dings erst hin­ein­wach­sen.

Bo­gner-Strauß ist ei­ne Quer­ein­stei­ge­rin, im dop­pel­ten Sinn: Vor der Na­tio­nal­rats­wahl 2017 hol­te sie Se­bas­ti­an Kurz zur ÖVP. Da­vor ar­bei­te­te sie im wis­sen­schaft­li­chen Be­reich: Bo­gner-Strauß stu­dier­te Che­mie, ha­bi­li­tier­te im Be­reich Mo­le­ku­lar­bio­lo­gie und Ge­no­mik. Spä­ter wur­de sie stell­ver­tre­ten­de Lei­te­rin des In­sti­tuts für Bio­che­mie an der Tech­ni­schen Uni Graz. Die Agen­den für Ge­sund­heit und Ge­sell­schaft in der Stei­er­mark pas­sen in­so­fern bes­ser zu Bo­gnerS­trauß’ Pro­fil als ih­re frü­he­ren Res­sorts: Fa­mi­lie und Frau­en.

Denn als Bo­gner-Strauß vor zwei Jah­ren als Mi­nis­te­rin an­ge­lobt wur­de, muss­te sie nicht nur den po­li­ti­schen Be­trieb erst ken­nen­ler­nen. Son­dern sich auch in ih­rem künf­ti­gen Res­sort Fach­wis­sen an­eig­nen. Das fiel ihr an­fangs schwer – auch, weil vor al­lem die FPÖ ein sehr tra­di­tio­nel­les Frau­en­bild pfleg­te. Gro­ße Of­fen­si­ven in dem Be­reich wa­ren von den Frei­heit­li­chen nicht ge­wünscht, und wur­den von der ÖVP auch nicht ge­för­dert. Ideo­lo­gisch trennt Bo­gner-Strauß von Frau­en­po­li­ti­ke­rin­nen der FPÖ, aber auch von SPÖ und Grü­ne ei­ni­ges – je nach­dem, um wel­ches The­ma es geht. Per­sön­lich kam sie aber mit den han­deln­den Per­so­nen stets gut zu­recht. Sie wer­den ein­an­der wei­ter­hin se­hen: Che­fin des ÖVP-Frau­en­bunds bleibt Bo­gner-Strauß auch wei­ter­hin.

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