Jid­di­sche Wit­ze beim „Swin­gin Cha­nu­kka“

Die Presse - - MENSCHEN/VERANSTALT­UNGEN -

Vor 30 Jah­ren stand Ro­man auf der Büh­ne des Me­tro­pol in Her­nals und for­mu­lier­te ei­nen Wunsch: Er hof­fe, dass es ir­gend­wann so weit sei, dass jü­di­scher Jazz in Wi­en über­haupt nichts Exo­ti­sches mehr ist. Am Sonn­tag­abend stand er ge­nau an der­sel­ben Stel­le und stell­te zu­frie­den fest: „Heu­te steh ich hier und mer­ke zwar, wie alt ich ge­wor­den bin, aber auch, dass mein Wunsch längst in Er­fül­lung ge­gan­gen ist.“An zwei auf­ein­an­der fol­gen­den Aben­den jazz­te Grin­berg, der Lei­ter des Wie­ner Jü­di­schen Chors und In­ten­dant des Yid­dish Cul­tu­re Fes­ti­val, mit dem Jaz­zor­ches­ter Klez­me­tro­pol im fast aus­ver­kauf­ten Me­tro­pol auf und lud zum „Swin­gin’ Cha­nu­kka“.

Wer Grin­berg kennt, weiß, dass das ei­ne sehr lus­ti­ge Sa­che ist, wenn er auf der Büh­ne steht. Zwi­schen den ein­zel­nen Lie­dern mit jid­di­schem Dia­lekt und Swing-Klas­si­kern wie „Bei mir Bis­tu Shein“er­zähl­te er ty­pisch jü­di­sche Wit­ze oder Bon­mots ( Woran er­kennt man so­fort, dass Je­sus Ju­de war? Ers­tens: Nur ein Ju­de lebt bis 30 noch bei sei­nen El­tern. Zwei­tens: Nur ein jü­di­scher Mann glaubt, dass sei­ne Ma­me ei­ne Jung­frau ist. Drit­tens: Nur ei­ne jü­di­sche Ma­me glaubt, ihr Sohn sei Gott“) und auch vom Un­ter­schied zwi­schen Weih­nach­ten und Cha­nu­kka (das heu­er am 22.12. be­ginnt). Sän­ge­rin Ti­ni

ver­stärk­te Grin­berg und sein Orches­ter, das so be­son­ders ist, weil je­des Mit­glied selbst Lei­ter ei­ner ei­ge­nen Band, Com­bo oder ei­nes Orches­ters ist. Sie soll­ten für das nächs­te Jahr über­le­gen, ei­ne Tanz­flä­che frei zu las­sen. Für al­le, die sich schwer­tun, bei die­ser Mu­sik knapp drei St­un­den sit­zen zu blei­ben. (awa)

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