Ma­cron stellt Kom­pro­miss in Aus­sicht

Frank­reich. Der Prä­si­dent will wei­te­re Streiks aus Pro­test ge­gen die Pen­si­ons­re­form wäh­rend der Weih­nachts­fei­er­ta­ge ver­mei­den und kün­digt „Nach­bes­se­run­gen“an.

Die Presse - - AUSLAND -

Im Streit um die ge­plan­te Pen­si­ons­re­form in Frank­reich hat Em­ma­nu­el Ma­cron Ent­ge­gen­kom­men si­gna­li­siert. Da­mit hofft der Prä­si­dent, Streiks wäh­rend der Weih­nachts­fei­er­ta­ge ab­zu­wen­den. Seit rund zwei Wo­chen le­gen die an­hal­ten­den Mas­sen­pro­tes­te das Land lahm, die Ge­werk­schaf­ten hat­ten zu­letzt mit wei­te­ren Streiks im Nah- und Fern­ver­kehr über Weih­nach­ten ge­droht. Am Mitt­woch teil­te der E´ly­se´e-Pa­last nun mit, die Re­gie­rung wer­de zwar an ih­ren Re­form­plä­nen fest­hal­ten, sei aber zu Nach­bes­se­run­gen be­reit.

Die neue Kom­pro­miss­be­reit­schaft ge­gen­über den Ge­werk­schaf­ten, der Staats­bahn SNCF und den Pa­ri­ser Ver­kehrs­be­trie­ben RATP gilt nach An­ga­ben des Prä­si­di­al­am­tes vor al­lem für die ge­plan­te An­he­bung des Pen­si­ons­an­tritts­al­ters von 62 auf 64 Jah­re. Der Prä­si­dent wer­de sein zen­tra­les Re­form­vor­ha­ben aber „we­der auf­ge­ben noch ver­fäl­schen“. Man sei im Ge­spräch, um ei­ne Streik­pau­se im öf­fent­li­chen Ver­kehr an den Weih­nachts­fei­er­ta­gen zu er­rei­chen.

Die Streiks im Fern­ver­kehr und Pa­ri­ser Nah­ver­kehr hal­ten das Land seit zwei Wo­chen in Atem. Am Di­ens­tag hat­te er­neut ein lan­des­wei­ter Mas­sen­streik zu er­heb­li­chen Stö­run­gen ge­führt. Im Fer­nund Nah­ver­kehr fie­len zahl­rei­che Ver­bin­dun­gen aus. Der Un­ter­richt an Schu­len wur­de be­ein­träch­tigt, in Zehn­tau­sen­den Haus­hal­ten fiel der Strom aus. Mehr als 600.000 Men­schen gin­gen auf die Stra­ßen. Auch der Eif­fel­turm so­wie ei­ni­ge Mu­se­en blie­ben ge­schlos­sen.

Pre­mier E´douard Phil­ip­pe woll­te am Mitt­woch Ver­tre­ter der Ge­werk­schaf­ten und Ar­beit­ge­ber­ver­bän­de tref­fen. Heu­te, Don­ners­tag, ist ei­ne ge­mein­sa­me Ver­hand­lungs­run­de mit al­len So­zi­al­part­nern ge­plant. Die Plä­ne se­hen die Ab­lö­sung der mehr als 42 Pen­si­ons­kas­sen durch ein ein­heit­li­ches Punk­te­sys­tem vor und sol­len für die gel­ten, die ab 2022 erst­mals auf den Ar­beits­markt kom­men. Es soll ei­ne Grund­pen­si­on von mo­nat­lich 1000 Eu­ro ein­ge­führt wer­den, wer mit 62 in Pen­si­on geht, muss aber mit Ab­schlä­gen rech­nen. (ag.)

[ AFP]

Ein De­mons­trant ne­ben ei­ner Fo­to­col­la­ge, die Prä­si­dent Ma­cron als Be­reit­schafts­po­li­zis­ten zeigt. Seit zwei Wo­chen pro­tes­tie­ren Ge­werk­schaf­ten ge­gen die ge­plan­te Pen­si­ons­re­form.

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