Klei­ne Pan­ne mit ei­nem Hau­fen Pro­ble­men

Die Presse - - MENSCHEN / VERANSTALT­UNGEN -

Nach

knapp 1000 Ki­lo­me­tern auf dem Lie­ge­rad – nicht am Stück ge­fah­ren, in Stü­cken –, ist mir das pas­siert, was je­dem Rad­fah­rer ein­mal pas­siert. Ich mei­ne da­mit nicht mei­nen ers­ten Ab­wurf aus vol­ler Fahrt, bei dem ich zu spü­ren be­kam, wie leicht und doch fol­gen­schwer man mit dem un­ter dem Sitz an­ge­brach­ten Len­ker an Pfos­ten an­kom­men kann, die ei­gent­lich nur Au­tos am Durch­fah­ren hin­dern soll­ten.

Nein, es war ei­ne sim­ple Rei­fen­pan­ne. Die ist auf dem Lie­ge­rad, das ich zur Ent­las­tung der Wir­bel­säu­le sehr schät­ze, nicht so ein­fach zu ver­arz­ten wie auf ei­nem ge­wöhn­li­chen Rad. Schon die Dia­gno­se kann schwe­rer fal­len: Das Hin­ter­rad sieht man wäh­rend der Fahrt nicht; ist es, wie in mei­nem Fall, ge­fe­dert, spürt man das Rum­peln der Fel­ge auch nicht so­fort. Der Au­sund Ein­bau ei­nes Rads ge­stal­tet sich eben­falls schwie­rig, schon des­halb, weil man das lan­ge Ge­fährt mit ei­ner Hand kaum in der Hö­he hal­ten kann.

Die Pan­ne: Als ich fah­rend re­gel­mä­ßig ei­nen leich­ten Schlag von der Fel­ge spü­re, von dort, wo das Ven­til sitzt, bin ich mir si­cher, dass ich hinten ei­nen Plat­ten ha­be. Ich ret­te mich in der Schleif­mühl­gas­se in Wi­en Wie­den an den Rand der Fahr­bahn, dort, wo Fahr­rad­stän­der ei­ne klei­ne In­sel im Ver­kehrs­fluss mar­kie­ren. Ich be­trach­te den Scha­den, über­le­ge, ob mein mit­ge­führ­ter Pan­nen­spray er­mög­li­chen wird wei­ter­zu­fah­ren.

Er wird. Aber wie?! Fra­gen Sie nicht! Be­vor ich ihn an­wen­de, be­mer­ke ich et­was, was mir in mei­ner vol­len Kon­zen­tra­ti­on ent­gan­gen war: Ich war in ei­nen Hau­fen Hun­de­kot ge­stie­gen, der mitt­ler­wei­le kein Hau­fen mehr war, son­dern eher ei­ne Art Tep­pich. Dan­ke, lie­ber Hun­de­be­sit­zer, der du wohl kein Sa­ckerl fürs Ga­ckerl mit­hat­test! Man möch­te gar nicht glau­ben, wie viel da­von „der Schuh, der at­met“(so die Wer­bung), ein­at­met, zu­mal in Win­ter­soh­len mit viel Pro­fil. Mehr oder we­ni­ger fein do­siert gibt er das Aro­ma beim Wei­ter­fah­ren von den Pe­da­len aus ab. Die sind beim Lie­ge­rad prak­ti­scher­wei­se eher in Rich­tung Na­sen­hö­he an­ge­bracht.

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