Die ganz gro­ße Weih­nachts-Ser­vice-Kunst-Ko­lum­ne

Die Last-Mi­nu­te-Ge­schenk­tipps, zur Ab­wechs­lung (fast) ganz oh­ne Bü­cher. Und: In wel­ches Mu­se­um mit den Kin­dern ge­hen vor der Be­sche­rung? Das Kunst­mark­tSpiel ist gut. Das WeinAbo­kistl ist bes­ser.

Die Presse - - FEUILLETON -

Ba­na­ne und Kle­be­band sind schnell ge­kauft (Bas­tel­set „Co­me­di­an“, Mau­ri­zio Cat­telan). Ei­ne Buch­hand­lung ist so­wie­so nie fern (Kia Vah­l­and, „Leo­nar­do da Vin­ci und die Frau­en“). Und die Mu­se­ums­kas­sa ist auch so ein letz­ter An­ker (Bun­des­mu­se­en-Jah­res­kar­te, 59 Eu­ro). Wer da­für das KHM an­steu­ert, kann gleich noch das schöns­te Mou­se­pad von al­len mit­neh­men: be­druckt mit Ca­ra­vag­gi­os selbst­ver­lieb­tem Nar­ziss, der sich im Was­ser spie­gelt. Ab­grund­tie­fe Klick-Un­ter­la­ge. Der Shop fin­det sich am En­de der Ca­ra­vag­gio-Schau, für die es, Sub-sub-Tipp, auch spon­tan meist Ti­mes­lots gibt. So.

Ge­ra­de ges­tern erst ha­be ich üb­ri­gens Ca­ra­vag­gi­os „Wirk­lich kran­ken Bac­chus“er­stei­gert, um nicht viel mehr als den Aus­ru­fungs­preis, 160 Mil­lio­nen Eu­ro. Wäh­rend mei­ne Mit­bie­ter sich fi­nan­zi­ell rui­niert ha­ben für Mon­dri­ans „Stau am Ti­mes Squa­re“, Tra­cey Emins „Al­le Kis­sen, mit de­nen ich je ge­schla­fen ha­be“oder „Ju­dith scham­po­niert Ho­lo­fer­nes“von Ar­te­mi­sia Gen­ti­le­schi. Ja, auf­fäl­lig vie­le Frau­en und vie­le ko­mi­sche Ti­tel spie­len hier Haupt­rol­len. Kann man al­so emp­feh­len, das neue Ge­sell­schafts­spiel „Ver­kauft!“, in dem es um den Kunst­markt geht, der hier wohl nicht ganz zu­fäl­lig an das be­kann­te­re Spiel „Kuh­han­del“er­in­nert, wie mir er­klärt wur­de. (We­nigs­tens bei Spie­len ken­nen sich mei­ne liebs­ten Mit­bie­ter von al­len aus. Ha!) Gibt es um rund 30 Eu­ro im gut sor­tier­ten Buch­han­del wie Walt­her Kö­nig im Mu­se­ums­quar­tier oder Hart­lieb im 18., na­tür­lich. Und: im MAK De­sign-Shop.

Mei­ne Lieb­lings­ge­schen­ke sind heu­er aber Abos, so wird man mich das gan­ze Jahr nicht mehr los. An Er­wach­se­ne das Wein­kistl von Phil­ipp Gey­mül­lers „Abo­thek“: Je­den Mo­nat kom­men ku­ra­tier­te drei Fla­schen per Post nach Hau­se, im schi­cken Kar­ton, ge­stal­tet vom Künst­ler Nick Obertha­ler, be­glei­tet von ei­nem Fol­der, den man auch als Kunst­pla­kat ver­wen­den­den kann. Wie cool ist das bit­te. (Gibt’s von 99 Eu­ro für drei Aus­ga­ben bis 360 Eu­ro für mo­nat­lich, auf der Home­page www.abo­thek.at gibt es auch ei­ne Kar­te zum Her­un­ter­la­den, die man un­ter den Baum le­gen kann.)

Men­schen, die noch kei­nen Wein trin­ken, be­kom­men aus­nahms­los die im­mer groß­ar­ti­ge „Pres­se“-Kin­der­zei­tung je­den Sams­tag ins Post­kastl ge­legt – wel­che El­tern/Groß­el­tern kön­nen die­sem ana­lo­gen An­ge­bot wi­der­ste­hen? Sind Sie schon „Pres­se“Abon­nent, kos­tet Sie das über­haupt nur noch prak­tisch ge­schenk­te 6,90 Eu­ro im Mo­nat zu­sätz­lich. (https:// abo.die­pres­se.com/kin­der­zei­tung).

Wenn Sie üb­ri­gens be­sag­te Kin­der beim War­ten aufs Christ­kind be­schäf­ti­gen wol­len, und zwar so, dass Sie auch et­was da­von ha­ben (al­so nicht ganz so vie­le Leu­te und nicht nur Kin­der­di­dak­tik): hei­ßer Tipp, Hof­mo­bi­li­en­de­pot (Andre­as­gas­se 7, Wi­en 7). Hat ers­tens am 24. 12. bis 18 Uhr of­fen. (Die meis­ten an­de­ren Mu­se­en schlie­ßen schon um 14 oder 15 Uhr.) Zeigt zwei­tens ge­ra­de ei­ne Aus­stel­lung über dä­ni­sches De­sign. Die Kids kön­nen sich der­weil für die kai­ser­li­che Zim­mer­re­ti­ra­de in Ho­cker­form er­wär­men. Ge­nau. Mer­ry und hap­py!

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