Zwei Fa­mi­li­en beim ge­mein­sa­men Mu­si­zie­ren

Mu­sik­ver­ein. Kla­vier­quin­tet­te von Ro­bert Schu­mann und Ce­sar´ Franck in un­ge­wöhn­li­cher Be­set­zung.

Die Presse - - FEUILLETON -

Zwei Kla­vier­quin­tet­te an ei­nem Abend hört man sel­ten. Un­ge­wöhn­lich war auch die Be­set­zung die­ses Kon­zerts. Den Wer­ken von Ro­bert Schu­mann und Ce­sar´ Franck wid­me­te sich nicht, wie meist üb­lich, ein re­nom­mier­tes Streich­quar­tett plus ei­nem Pia­nis­ten, son­dern Mit­glie­der zwei­er pro­mi­nen­ter Mu­si­ker­fa­mi­li­en. Näm­lich Ju­li­an Rach­lin an der ers­ten Gei­ge, sei­ne Frau, Sa­rah McEl­ra­vy, an der Brat­sche, Mi­scha Mais­ky am Cel­lo und des­sen bei­den Kin­der, Sa­scha und Li­ly, an der zwei­ten Gei­ge und am Kla­vier. Wer den Ton an­gab, war von Be­ginn an klar: Mi­scha Mais­ky. Er zeig­te sich in blen­den­der Form, er­öff­ne­te den Abend auch mit sei­ner Toch­ter mit ei­ner mit­rei­ßen­den Darstel­lung der „Drei Fan­ta­siestü­cke“von Schu­mann.

Tem­pe­ra­ment­voll ging es mit des­sen meis­ter­li­chem Es-DurKla­vier­quin­tett wei­ter. Mit über­aus zü­gi­gen Tem­pi eil­ten die fünf bes­tens auf­ein­an­der ein­ge­stimm­ten Mu­si­ker durch die Eck­sät­ze, brei­te­ten mit viel Es­pres­si­vo den meist von mar­kan­ten Mar­sch­rhyth­men do­mi­nier­ten lang­sa­men Satz aus. Kraft­voll, zu­wei­len be­son­ders schroff ak­zen­tu­iert er­stand das Scher­zo; im ers­ten der bei­den Tri­os hät­te ei­ne dif­fe­ren­zier­te­re Dy­na­mik den me­lo­di­schen Charme deut­li­cher zum Aus­druck ge­bracht.

We­ni­ger Ein­druck hin­ter­ließ der zwei­te Teil. Zwar har­mo­nier­ten McEl­ra­vy und Mais­ky ide­al mit­ein­an­der, zwar kos­te­te Rach­lin die kan­ta­blen Stel­len in Francks or­ches­tral er­dach­tem Kla­vier­quin­tett mit viel Leucht­kraft, doch die Pia­nis­tin tat sich schwer, sich ge­gen die stets selbst­be­wuss­ter agie­ren­den Strei­cher durch­zu­set­zen. Da­bei ist das Kla­vier in die­sem f-Moll-Werk al­les an­de­re als ein Be­gleit­in­stru­ment, von ihm soll­ten die ent­schei­den­den Ak­zen­te aus­ge­hen. Dies war dies­mal nur in ei­ni­gen we­ni­gen ly­ri­schen Mo­men­ten der Fall. Wo Lei­den­schaft und glü­hen­de Vir­tuo­si­tät ge­for­dert ge­we­sen wä­ren, üb­te sich Li­ly Mais­ky meist in Zu­rück­hal­tung.

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