Sind un­se­re Kli­ma­zie­le seit Ma­drid rea­lis­ti­scher?

Bis 2050 soll al­so Eu­ro­pa „kli­ma­neu­tral“(sic!) wer­den. Doch wie das ge­hen soll, ver­schwei­gen die Po­li­ti­ker und Hy­pe-Er­zeu­ger.

Die Presse - - DEBATTE -

Was zu be­fürch­ten war, scheint nicht ein­zu­tre­ten: Eu­ro­pa will sich in der Bat­te­rie­pro­duk­ti­on en­ga­gie­ren und da­mit doch noch die Ba­sis für Spei­che­rung er­for­schen, ja viel­leicht so­gar schaf­fen. Je­den­falls ha­ben sie­ben sei­ner Mit­glied­staa­ten die­ses En­ga­ge­ment be­schlos­sen, und die Bei­hil­fen da­für wur­den vor we­ni­gen Ta­gen von der Eu­ro­päi­schen Kom­mis­si­on ab­ge­seg­net. Zur Spei­che­rung vor al­lem der vo­la­ti­len neu­en Ener­gie­ar­ten aus Son­ne und Wind, die we­nig kli­ma­schäd­li­che Treib­haus­ga­se er­zeu­gen.

Bis­her wur­de solch En­ga­ge­ment ja von den stärks­ten eu­ro­päi­schen Bat­te­rie­er­zeu­gern in den Ein­zel­staa­ten, wie der deut­schen Bosch, ka­te­go­risch ab­ge­lehnt; das wirt­schaft­li­che Ri­si­ko, die Chi­ne­sen auf die­sem Ge­biet nicht mehr ein­ho­len zu kön­nen, er­schien zu groß.

Jetzt soll’s halt der eu­ro­päi­sche Steu­er­zah­ler über Sub­ven­tio­nen mit­fi­nan­zie­ren, aber das ist ver­mut­lich frucht­ba­rer als so man­che an­de­re ver­geu­de­te Sub­ven­ti­on.

Auch sonst tut sich in die­sen Ta­gen so man­ches, und es ist auf­re­gend, aber auch schwie­rig, die Kon­flik­te in­ner­halb Eu­ro­pas im Zu­ge des in der Nacht auf Sonn­tag zu En­de ge­gan­ge­nen (wie­viel­ten ei­gent­lich?) Welt-Kli­ma­gip­fels in Ma­drid zu ver­fol­gen. Die­se Kon­fe­ren­zen nä­hern sich im­mer mehr tou­ris­ti­schen Mas­sen­ver­an­stal­tun­gen, und ich darf die Le­ser an die­ser Stel­le auf­for­dern, ab­zu­schät­zen, wie lang der größ­te eu­ro­päi­sche Kli­ma­sün­der, Lu­xem­burg, Treib­haus­ga­se aus­sto­ßen muss, um das

Kli­ma so stark zu schä­di­gen wie die Ma­drid-Flü­ge der fast 30.000 Kli­ma­ret­ter. * Da­zu soll­te man wis­sen: Pro Kopf der Be­völ­ke­rung hat­te Lu­xem­burg 2016 den höchs­ten Aus­stoß von Treib­haus­ga­sen al­ler eu­ro­päi­schen Staa­ten, ob­wohl es ei­nen Teil sei­nes Stroms aus bel­gi­schen Atom­kraft­wer­ken be­zieht.

Die noch ungeübte neue Kom­mis­si­ons­prä­si­den­tin, Ur­su­la von der Ley­en, nimmt den Mund gleich sehr voll: Sie sagt, das rie­sen­haf­te eu­ro­päi­sche In­ves­ti­ti­ons­pro­gramm in den Kli­ma­schutz sei mit dem Pro­jekt „Mann auf dem Mond“der Ame­ri­ka­ner vor 50 Jah­ren zu ver­glei­chen.

Was sie als jün­ge­re Frau viel­leicht nicht weiß: Das war ein rei­nes Pres­ti­ge­pro­jekt im Kal­ten Krieg, um den So­wjets eins aus­zu­wi­schen. Die Kos­ten gi­gan­tisch, der Sinn, so wa­ge ich zu be­haup­ten, sehr be­schränkt. Wir

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