Grü­ne dür­fen auf Geld hof­fen

Rechts­streit. Der Ver­fas­sungs­ge­richts­hof wies die Kla­ge des Lan­des Kärn­ten ge­gen den frü­he­ren grü­nen Land­tags­klub zu­rück. Und nun?

Die Presse - - INLAND - VON PHIL­IPP AICHIN­GER

Was pas­siert, wenn ei­ne po­li­ti­sche Frak­ti­on aus dem Land­tag fliegt, aber noch Geld von der Klub­för­de­rung üb­rig ist? Es müs­se an das Land zu­rück­flie­ßen, meint die Kärnt­ner Re­gie­rung. Man dür­fe es ir­gend­wann noch für ei­ge­ne po­li­ti­sche Zwe­cke ver­wen­den, ar­gu­men­tie­ren die Grü­nen. Er kön­ne die­sen Streit nicht lö­sen, sagt nun der Ver­fas­sungs­ge­richts­hof (VfGH).

Die Höchst­rich­ter wie­sen näm­lich die Kla­ge der Kärnt­ner Lan­des­re­gie­rung ge­gen den frü­he­ren grü­nen Land­tags­klub zu­rück. Das hat for­ma­le Grün­de. Denn der VfGH ist zwar da­für zu­stän­dig, fi­nan­zi­el­le Strei­tig­kei­ten zwi­schen Bund, Land und Ge­mein­den zu lö­sen. Aber über Streits zwi­schen ei­nem Land und ei­nem Land­tags­klub dür­fe man nicht rich­ten, be­ton­te der VfGH.

Es geht um 500.000 Eu­ro, die die grü­ne Frak­ti­on noch hat­te, als sie im Vor­jahr aus dem Land­tag flog. Am Don­ners­tag war noch un­klar, ob das Land nun ver­su­chen wird, auf an­de­rem Weg (et­wa über ei­ne Kla­ge bei ei­nem Zi­vil­ge­richt) an das Geld kom­men.

Die Grü­nen kön­nen mit dem Geld einst­wei­len aber auch nicht viel tun. Für Wahl­kämp­fe et­wa darf nur die Par­tei­en­för­de­rung, aber nicht die Klub­för­de­rung ver­wen­det wer­den. Das Klub­geld ist nur für die Ar­beit der Ab­ge­ord­ne­ten im Land­tag re­ser­viert. Nur sol­che gibt es mo­men­tan eben nicht.

Doch die Kärnt­ner Grü­nen wol­len beim Ur­nen­gang im Jahr 2023 wie­der in den Land­tag kom­men – und dar­auf auch wie­der auf die Er­spar­nis­se aus der dann vor­vo­ri­gen Le­gis­la­tur­pe­ri­ode zu­grei­fen. Die Kärnt­ner Grü­nen-Che­fin, Ol­ga Vo­glau­er, er­klär­te am Don­ners­tag, auf ei­nen Land­tags­be­schluss zu hof­fen, laut dem die 500.000 Eu­ro bis da­hin ein­ge­fro­ren wer­den. Einst­wei­len lie­ge das Geld si­cher auf ei­nem Kon­to, be­to­nen die Grü­nen. Man ha­be das Ver­mö­gen auch bis­her nicht an­ge­fasst. Aber Rechts­be­ra­tungs­kos­ten, die durch Kla­gen des Lan­des Kärn­ten ge­gen den frü­he­ren grü­nen Klub ent­ste­hen, wol­le man dann doch von die­sem Kon­to be­glei­chen.

Und so war­tet man in Kärn­ten wei­ter­hin auf ei­nen Jo­ker, mit dem die 500.000-Eu­roFra­ge doch noch ge­löst wer­den kann.

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