Nicht die Mil­lio­nen ver­gol­den die­sen Trans­fer

Ta­ku­mi Mi­n­a­mi­no wech­selt von Salz­burg zu Li­ver­pool, das ist Gü­te­sie­gel und Wer­bung für die RB-Phi­lo­so­phie. Mi­n­a­mi­nos Wech­sel kann und darf hoff­nungs­vol­le Jung­ki­cker auch Ge­duld leh­ren.

Die Presse - - SPORT -

Es ist das Gü­te­sie­gel höchs­ter Klas­se, das Salz­burg sei­ner Klub­phi­lo­so­phie nun of­fi­zi­ell um­hän­gen kann: Ta­ku­mi Mi­n­a­mi­no wech­selt mit so­for­ti­ger Wir­kung vom hei­mi­schen Meis­ter zum am­tie­ren­den Cham­pi­ons-Le­ague-Sie­ger Li­ver­pool. Spä­tes­tens mit sei­nem Tor an der An­field Road (End­stand 3:4) dürf­te sich Mi­n­a­mi­no bei Jür­gen Klopp nach­hal­tig ins Ge­dächt­nis ge­spielt ha­ben, an­ge­sichts der ge­zo­ge­nen Aus­stiegs­klau­sel, bri­ti­sche Me­di­en ta­xie­ren 8,5 Mil­lio­nen Eu­ro (Ver­trag bis 2024), ist der 24-Jäh­ri­ge das, was heut­zu­ta­ge als ab­so­lu­tes Schnäpp­chen gilt.

Bei Li­ver­pool könn­ten mit Mi­n­a­mi­no, Sa­dio Ma­ne´ und Na­by Kei­ta in der ers­ten Li­ga­par­tie im neu­en Jahr, ein Heim­spiel ge­gen Sh­ef­field am 2. Jän­ner, so­mit gleich drei Ex-Salz­bur­ger auf­lau­fen. Dass es beim jüngs­ten Wech­sel kei­ner Zwi­schen­sta­ti­on mehr be­durf­te, son­dern der Sprung aus Ös­ter­reich zum Ta­bel­len­füh­rer der Pre­mier Le­ague di­rekt ge­lun­gen ist, ist die al­ler­bes­te Wer­bung nach der Salz­burg stre­ben kann.

Im heiß um­kämpf­ten Markt wird im­mer frü­her nach jun­gen Ta­len­ten ge­fischt, im Wett­ren­nen der Scouts und Feil­schen um Ver­trä­ge und Ab­lö­sen kön­nen ei­ne durch­dach­te Kar­rie­re­pla­nung und sol­che Per­spek­ti­ven in­zwi­schen durch­aus den Aus­schlag ge­ben. So hat auch Er­ling Braut Haa­land sei­nen Wech­sel zu Salz­burg mit den Bei­spie­len Ma­ne´ und Kei­ta be­grün­det, ei­nen sen­sa­tio­nel­len Herbst spä­ter steht er selbst ganz oben auf der Lis­te eu­ro­päi­scher Top­klubs.

So in­ten­siv Haa­land Li­ga und Fans in Ös­ter­reich be­geis­tert hat, so kurz dürf­te sein Gast­spiel sein. Den Bei­spie­len ei­nes Ama­dou Hai­da­ra oder Dayot Upa­me­ca­no (bei­de nach 1,5 Jah­ren zu RB Leip­zig) fol­gend wird der Nor­we­ger, 19, wohl spä­tes­tens im Som­mer Salz­burg wie­der ver­las­sen – ei­ne Schnell­le­big­keit, die nicht über­all An­klang fin­det. Dass Spie­ler in der RB-Phi­lo­so­phie oft­mals im Höchst­tem­po rei­fen, aber nicht zwangs­läu­fig müs­sen, be­weist nun Mi­n­a­mi­no. Be­reits im Jän­ner 2015 heu­er­te der flin­ke Edel­tech­ni­ker aus Osa­ka in der Mo­zart­stadt an, be­gehr­te trotz zwi­schen­zeit­lich we­ni­ger Spiel­zeit nicht auf und er­ober­te auch da­mit die Her­zen der Fans. Un­ter Jes­se Marsch war der in­zwi­schen 20-fa­che ja­pa­ni­sche Na­tio­nal­spie­ler heuer im of­fen­si­ven Mit­tel­feld ge­setzt und blüh­te vor al­lem auf in­ter­na­tio­na­ler Büh­ne so rich­tig auf. Sein Wech­sel zu Li­ver­pool kann und darf manch hoff­nungs­vol­len Jung­ki­cker (nicht nur bei Salz­burg) al­so auch ein we­nig Ge­duld leh­ren.

Salz­burg wie­der­um hat aus dem Fall Mi­n­a­mi­no mit Si­cher­heit ge­lernt. So stel­len die kürz­lich ver­län­ger­ten Ver­trä­ge von Pat­son Da­ka, Enock Mwe­pu und Sekou Koi­ta ge­wiss lu­kra­ti­ve­re Ab­gangs­mo­da­li­tä­ten si­cher. Da­von wer­den sich am­tie­ren­de und künf­ti­ge Cham­pi­ons-Le­ague-Sie­ger nicht ab­schre­cken las­sen, Li­ver­pool hät­te dem Ver­neh­men nach auch rund 20 Mil­lio­nen Eu­ro ge­zahlt. Viel­mehr wer­den sol­che Klubs nun noch ge­nau­er nach Ös­ter­reich schau­en.

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