Han­dy ka­putt? Re­pa­ri­er’s doch!

Re­pa­ra­tur. Com­pu­ter, Fahr­rad oder fle­cki­ges T-Shirt: Vie­le Men­schen wer­fen Ge­gen­stän­de weg, die ei­gent­lich noch zu ret­ten wä­ren. Da­bei gibt es gu­te Grün­de, war­um man zu­min­dest ver­su­chen soll­te, sie zu re­pa­rie­ren.

Die Presse - - EDUARD 2019 -

In ei­nem Raum sit­zen 19 Schü­ler aus ver­schie­de­nen Schu­len in Ös­ter­reich und ar­bei­ten ge­mein­sam an drei ver­schie­de­nen Sta­tio­nen. Die ers­te Sta­ti­on ist der Han­dy­check. Da­bei sit­zen die Ju­gend­li­chen an ei­nem Tisch und zer­le­gen ei­nen Com­pu­ter und ein Han­dy und schau­en sich am Com­pu­ter an, wie man das Dis­play ei­nes Ta­blets wech­selt. Die zwei­te Sta­ti­on ist der Fahr­rad­check. Hier ste­hen die Ju­gend­li­chen um den Sta­tio­nen­lei­ter her­um und se­hen, wie man ei­nen Rei­fen wech­selt, ler­nen die Tei­le des Fahr­rads nä­her ken­nen und füh­ren ei­nen Si­cher­heits­check durch. Die letz­te und drit­te

Sta­ti­on ist die Fle­cken­be­kämp­fung. Da wer­den Fle­cken auf ei­nem Stück Stoff mit ver­schie­de­nen Haus­halts­mit­teln ent­fernt. Und: Meis­tens funk­tio­niert das auch.

Re­pa­rie­ren war das The­ma des Work­shops „Let’s fix it“beim EDU­ARD-Camp in Wi­en. Die Ju­gend­li­chen in die­sem Work­shop ha­ben sich da­bei zwei Ta­ge lang mit fol­gen­den Fra­gen aus­ein­an­der­ge­setzt: Was tun, wenn dein Han­dy, Lap­top oder Com­pu­ter ka­putt ist? Was, wenn dei­nem Fahr­rad die Luft aus­ge­gan­gen ist? Und was soll man ma­chen, wenn man ei­nen Fleck in sei­nem Lieb­lings-T-Shirt hat? Vie­le Men­schen den­ken nicht dar­an, dass man leicht be­schä­dig­te Ge­gen­stän­de wie­der re­pa­rie­ren kann. Sie kau­fen statt­des­sen gleich et­was Neu­es. Da­bei gibt es gu­te Grün­de, war­um man zum Bei­spiel ein Han­dy, ein Fahr­rad oder ei­nen To­as­ter re­pa­rie­ren soll­te, statt sie weg­zu­wer­fen, wenn sie ein biss­chen be­schä­digt sind.

Der ers­te Grund ist das ei­ge­ne Porte­mon­naie. Denn al­les, was man neu kauft, kos­tet auch Geld. Das Re­pa­rie­ren hat den Vor­teil, dass man Geld spa­ren kann. Man muss ja sein Fahr­rad oder sei­ne Mi­kro­wel­le nicht im­mer vom Spe­zia­lis­ten her­rich­ten las­sen, weil man auch man­ches selbst re­pa­rie­ren kann. Der Vor­teil, wenn man Ge­gen­stän­de selbst re­pa­riert, ist, dass Er­satz­tei­le nicht so teu­er sind, wie ein Ge­rät in die Werk­statt zu brin­gen. Und auch, wenn ei­ne pro­fes­sio­nel­le Re­pa­ra­tur manch­mal fast so teu­er ist wie ein neu­es Ge­rät – oder so­gar teu­rer–, kann sie trotz­dem sinn­voll sein. Denn Neu­es zu kau­fen be­las­tet auch die Um­welt.

In­so­fern ist es auch für den öko­lo­gi­schen Fuß­ab­druck ei­nes Men­schen gut, Din­ge zu re­pa­rie­ren, statt sie gleich weg­zu­wer­fen. Die­ser Fuß­ab­druck zeigt uns an, wie viel wir an Flä­che der Er­de wir brau­chen. Die 7,75 Mil­li­ar­den Men­schen auf der Er­de ver­brau­chen der­zeit näm­lich ein­ein­halb Er­den. Wür­den al­le so le­ben wie wir in Ös­ter­reich, wür­den die Men­schen so­gar knapp drei­ein­halb Er­den be­nö­ti­gen. Die Res­sour­cen der Er­de sind bis An­fang April meis­tens schon ver­braucht – Over­shoot nennt man das. Und we­ni­ger Neu­es zu kau­fen wür­de den Res­sour­cen­ver­brauch ver­min­dern.

Beim EDU­ARD-Camp ha­ben die Schü­le­rin­nen und Schü­ler da­her un­ter an­de­rem ge­lernt, wie man ei­nen ka­put­ten Fahr­rad­schlauch aus­wech­selt. Ver­schie­de­ne Fle­cken be­kommt man aus ei­nem T-Shirt, in­dem man war­mes Was­ser, war­mes Was­ser mit Gall­sei­fe oder mit Ge­schirr­spül­mit­tel ver­wen­det. Und für die, die selbst ein Han­dy oder ei­nen Com­pu­ter re­pa­rie­ren wol­len, gibt es ei­ne In­ter­net­sei­te, auf der man für fast al­le Com­pu­ter-, Lap­top- und Han­dy­mo­del­le ei­ne An­lei­tung fin­det. Auch für vie­le an­de­re Din­ge – vom Au­to über Kü­chen­ge­rä­te bis zu Be­klei­dung – fin­det man auf der Sei­te de.ifi­xit.com/an­lei­tung Re­pa­ra­tur­tipps.

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