„Es war ein bis­serl An­ar­chie“

Club­kul­tur. Das Horst in der Rot­gas­se soll im Jän­ner zu­sper­ren. Das­sel­be Team be­schert Wi­en aber noch vor Weih­nach­ten ei­nen neu­en Club: das „O“.

Die Presse - - MENSCHEN/VERANSTALT­UNGEN -

Jetzt ist es wirk­lich aus“, sagt Lu­kas Stick­sel, ei­ner der Ma­na­ger des Horst. Der Club in der Rot­gas­se soll nun Mit­te Jän­ner end­gül­tig sei­ne Pfor­ten schlie­ßen, be­vor dort das ge­plan­te Ho­tel­pro­jekt ver­wirk­licht wird.

Im­mer wie­der gab es schon Ge­rüch­te zum Aus des Clubs, der 2017 öff­ne­te und ei­gent­lich nur als tem­po­rä­res Pro­jekt ge­plant war. „Ein Pop-upPro­jekt be­kommst du im­mer nur auf ma­xi­mal ein Jahr ge­neh­migt“, er­klärt Stick­sel. „Denn sie wol­len si­cher sein, dass man nicht mehr im Weg steht, wenn sie an­fan­gen wol­len zu bau­en.“

Auch der Reiz der Ver­gäng­lich­keit sorg­te für vie­le Be­su­cher. „Es war na­tür­lich auch ei­ne Me­ga­kam­pa­gne, die wir ge­fah­ren sind, un­ter an­de­rem mit ei­nem Count­down der rest­li­chen Ta­ge“, so Stick­sel. „Da muss ich mich vi­el­leicht im Nach­hin­ein selbst an der Na­se neh­men, dass das zu hef­tig war.“Mar­ke­ting­gag sei es aber kei­ner ge­we­sen, denn auch die Be­trei­ber selbst hät­ten nicht da­mit ge­rech­net, dass sich der Ho­tel­bau so lang ver­zö­gern wür­de.

Dass es nun vor­bei ist, lie­ge aber nicht nur am Baustart. „Wir sind auch ein bis­serl froh, dass es aus ist.“Weh­mü­tig ist Stick­sel trotz­dem. Letz­tes Wo­che­n­en­de fand et­wa die letz­te Su­per Dis­co im Horst statt. „Das war halt ei­ne klei­ne Fa­mi­lie. Und dann schaut man sich so im Club um und denkt sich schon: Schei­ße“, so der 31-Jäh­ri­ge. „Es war halt al­les egal, man konn­te ein­fach in die Wand schrau­ben, sich aus­to­ben. Es war ein bis­serl An­ar­chie.“

Ei­ne Team­leis­tung sei es ge­we­sen, be­tont Stick­sel. „Ei­gent­lich soll­te das gan­ze Team im Vor­der­grund ste­hen, nicht nur ich.“Al­so die Be­trei­ber, die wtf-group. Sei­ne Part­ner Ben­ja­min Sa­gan, Bo­no Gold­baum, der Gra­fi­ker Axel Wa­lek und die Chefs Joa­chim Nat­schlä­ger, Da­ni­el El­lis und Max Kar­ger.

Die Idee zum Horst hat­te et­wa Nat­schlä­ger: „Ir­gend­wann rief Joa­chim mich an und sag­te, er ha­be da ein neu­es Club­pro­jekt.“Ei­gent­lich woll­te man den neu­en Club in ei­nem Ho­tel an­sie­deln. „Aber dann sind wir drauf­ge­kom­men, dass das Ne­ben­ge­bäu­de Mau­er an Mau­er ge­baut ist und ge­nau dort, wo wir den Main Floor ma­chen woll­ten, je­mand wohnt“, so Stick­sel.

Als die­ser dann den al­ter­na­ti­ven Stand­ort in der Rot­gas­se sah, wo frü­her schon das P1 und das Em­pi­re an­ge­sie­delt wa­ren, sei Stick­sel an­fangs skep­tisch ge­we­sen. „Ich bin aus Ober­ös­ter­reich und war we­der im P1 noch im Em­pi­re“, er­zählt er. „Als ich das ers­te Mal da un­ten rein bin, dach­te ich mir: Das ist mir ei­ne Num­mer zu groß.“Ge­mein­sam mit sei­nen „part­ners in cri­me“Sa­gan und Gold­baum ha­be er sich dann aber doch ent­schie­den, es aus­zu­pro­bie­ren. Mit Freun­den und Fa­mi­lie bau­te man die Räu­me in nur we­ni­gen Wo­chen zum Horst um. „Das hat dem Gan­zen dann die­sen per­sön­li­chen Touch, die See­le ge­ge­ben, weil so vie­le ihr Herz­blut rein­ge­steckt ha­ben.“An die Er­öff­nungs­par­ty 2017 er­in­nert sich Stick­sel noch ge­nau. „Um eins in der Nacht sind wir drau­ßen ge­stan­den und dach­ten: Ver­dammt, da kommt nie­mand“, er­zählt er. „Wir hat­ten rich­tig Herz­flat­tern. Aber ei­ne hal­be St­un­de spä­ter war die gan­ze Stra­ße voll.“

Die nächs­te Er­öff­nungs­par­ty gab es für Stick­sel und sei­ne Kol­le­gen üb­ri­gens am Frei­tag – denn nach dem Horst gibt es nun ei­nen neu­en Club. Das „O“im ehe­ma­li­gen Din­ner­club in der Al­ber­ti­na-Pas­sa­ge soll das „er­wach­se­ne Horst“wer­den, wie es Stick­sel nennt. Das mu­si­ka­li­sche Kon­zept soll das Glei­che blei­ben wie im Horst: „Frei­tag gibt es wie­der die elek­tro­ni­schen Acts und Sams­tag die Su­per Dis­co.“Sonst gibt es noch we­nig In­fos: „Wir ha­ben es auch ein bis­serl ab­sicht­lich mys­tisch ge­hal­ten.“Man wol­le be­wusst erst ab­war­ten, in wel­che Rich­tung es ge­he. Die­ser Club soll aber lang­fris­tig be­ste­hen. Des­halb auch der Na­me, er­klärt Stick­sel: „Der Kreis, als das Ewig­wäh­ren­de.“

[ Mir­jam Reit­her ]

Lu­kas Stick­sel ist ei­ner der Club­ma­na­ger. „Das Horst war ei­ne Team­leis­tung“, be­tont er.

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