RBI be­kommt Geld zu­rück

Bank. We­gen ei­nes Form­feh­lers der FMA wird der Raiff­ei­sen Bank In­ter­na­tio­nal die Re­kord­stra­fe von rund 2,7 Mil­lio­nen zu­rück­über­wie­sen.

Die Presse - - ECONOMIST -

Plötz­lich ging es recht schnell. Kei­ne vier Mo­na­te nach­dem sich die Raiff­ei­sen Bank In­ter­na­tio­nal (RBI) in letz­ter In­stanz an den Ver­wal­tungs­ge­richts­hof (VwGH) ge­wandt hat, be­kommt das Geld­in­sti­tut recht und fei­ert ei­nen Tri­umph: Die von der Fi­nanz­markt­auf­sicht (FMA) ver­häng­te Stra­fe we­gen ei­nes Ver­sto­ßes ge­gen die „Sorg­falts­pflich­ten zur Ver­hin­de­rung von Geld­wä­sche­rei und Ter­ro­ris­mus­fi­nan­zie­rung“wur­de auf­grund ei­nes Form­feh­lers für nich­tig er­klärt. Der Be­scheid wur­de vom VwGH we­gen „Rechts­wid­rig­keit sei­nes In­hal­tes“auf­ge­ho­ben, die 2,748 Mil­lio­nen Eu­ro Stra­fe müs­sen zu­rück an die RBI über­wie­sen wer­den. Es war die bis­her höchs­te in Ös­ter­reich ver­häng­te Stra­fe für ein sol­ches Ver­ge­hen.

Kon­kret hat die FMA En­de März 2018 die „man­gel­haf­te Über­prü­fung der Iden­ti­tät des wirt­schaft­li­chen Ei­gen­tü­mers und nicht re­gel­mä­ßi­ge Ak­tua­li­sie­rung der zum Ver­ständ­nis der Ei­gen­tums- und Kon­troll­struk­tur er­for­der­li­chen Do­ku­men­te, Da­ten und In­for­ma­tio­nen bei Hoch­ri­si­ko­kun­den in be­stimm­ten Ein­zel­fäl­len“be­an­stan­det und die Stra­fe er­las­sen. An­lass für die FMA-Prü­fung wa­ren die Ent­hül­lun­gen der Pa­na­ma-Pa­pers im Jahr 2016, durch die die welt­weit ver­schach­tel­ten, steu­er­scho­nen­den Kon­struk­tio­nen ka­ri­bi­scher Brief­kas­ten­fir­men auf­ge­deckt wor­den wa­ren.

Da­bei wur­den un­ter an­de­rem Ge­schäfts­be­zie­hun­gen der Raiff­ei­sen-Grup­pe zur rus­si­schen Ge­schäfts­frau Ol­ga Mi­rims­ka­ya im

Um­feld des ehe­ma­li­gen ukrai­ni­schen Prä­si­den­ten Pe­tro Po­ro­schen­ko be­kannt. Laut RBI ging es im vor­lie­gen­den Fall aber nicht um die­se Pri­vat­per­so­nen, son­dern um Fir­men­kun­den, die heu­te zum Teil nicht mehr be­treut wer­den.

Die Raiff­ei­sen Bank In­ter­na­tio­nal wies die Vor­wür­fe stets zu­rück. So leg­te die Bank in ers­ter In­stanz Be­schwer­de ein, das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt (BVwG) schloss sich An­fang Au­gust 2019 al­ler­dings der FMA an. Doch schon da­mals gab sich RBI-Chef Jo­hann Strobl von sei­nem Stand­punkt über­zeugt und kün­dig­te an, bis in die letz­te In­stanz zu ge­hen.

So leg­te die RBI post­wen­dend En­de Au­gust beim VwGH Re­vi­si­on ein – und war nun er­folg­reich. In­halt­lich hat sich der VwGH der Sa­che frei­lich nicht ge­wid­met, viel­mehr wur­de der Be­scheid we­gen ei­nes Form­feh­lers der FMA für rechts­wid­rig er­klärt. Die Auf­sichts­be­hör­de hät­te näm­lich ei­nen Al­ter­na­tiv­vor­wurf er­ho­ben und da­mit ge­gen das so­ge­nann­te Be­stimmt­heits­ge­bot ver­sto­ßen – al­so nicht klar ge­nug zum Aus­druck ge­bracht, wo­ge­gen die RBI tat­säch­lich ver­sto­ßen ha­ben soll.

In der Bank ist die Er­leich­te­rung nun groß – und wohl auch die Ge­nug­tu­ung: „Die RBI war bis­her im­mer schon der Auf­fas­sung, dass sie al­le recht­li­chen Ver­pflich­tun­gen zur Ver­hin­de­rung von Geld­wä­sche er­füllt hat und die ge­gen­ständ­li­chen An­for­de­run­gen der FMA über­schie­ßend sind“, sagt RBI-Com­p­li­an­ce-Lei­ter Chris­toph Leh­ner zur „Pres­se“. Die Sicht­wei­se der RBI sei nun durch die Ent­schei­dung des Ver­wal­tungs­ge­richts­hofs be­stä­tigt wor­den, so Leh­ner.

[ Reuters ]

Die FMA hat­te Ge­schäfts­kon­tak­te der RBI in der Ukrai­ne be­an­stan­det.

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