Wie die Ko­ali­ti­on aus­se­hen könn­te

Nur noch der Fein­schliff, und die Re­gie­rung steht. Die Mi­nis­te­ri­en sind mehr oder we­ni­ger auf­ge­teilt. Et­li­che Res­sort­chefs ste­hen fest.

Die Presse - - VORDERSEIT­E - VON IRIS BONAVIDA, OLI­VER PINK UND ANNA THALHAMMER

End­gül­tig fi­xiert ist der Ko­ali­ti­ons­pakt noch nicht, aber so gut wie: Se­bas­ti­an Kurz und Wer­ner Kog­ler teil­ten am Sonn­tag schrift­lich mit, dass „die gro­ßen St­ei­ne von bei­den Sei­ten aus dem Weg ge­räumt wor­den sind“. Jetzt ge­he es nur noch um „den Fein­schliff“, Mit­te die­ser Wo­che sol­len die Ver­hand­lun­gen dann zur Gän­ze ab­ge­schlos­sen sein. Schon in der Nacht auf Sonn­tag lu­den die Grü­nen ih­re rund 270 De­le­gier­ten zum Bun­des­kon­gress: Die­ses Gre­mi­um wird am 4. Jän­ner in Salz­burg über das Re­gie­rungs­pro­gramm und die Mi­nis­ter ab­stim­men. Zu­vor, am 2. oder 3. Jän­ner, soll das Pro­gramm prä­sen­tiert wer­den. Die Res­sort­auf­tei­lung steht groß­teils fest. Fi­nanz­mi­nis­te­ri­um

Ger­not Blü­mel kann dort blei­ben, wo er ge­ra­de ver­han­delt: im Win­ter­pa­lais in der Him­mel­pfort­gas­se. Dort ist auch das Fi­nanz­mi­nis­te­ri­um. Blü­mel, kein aus­ge­wie­se­ner Fi­nanz­ex­per­te, wird über die­ses Res­sort wei­ter­hin die Ar­beit der Re­gie­rung ko­or­di­nie­ren. Denn, wie heißt es so schön: Das Bud­get, das ist die in Zah­len ge­gos­se­ne Po­li­tik.

In­nen­mi­nis­te­ri­um

Der Wie­ner Karl Ne­ham­mer, bis­her ÖVPGe­ne­ral­se­kre­tär und Mi­liz­of­fi­zier des Bun­des­heers, ein – rhe­to­risch ge­wand­ter – Hard­li­ner in Si­cher­heits- und Mi­gra­ti­ons­fra­gen, wird künf­tig das In­nen­mi­nis­te­ri­um lei­ten.

Ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­ri­um

Beim zwei­ten Si­cher­heits­res­sort kommt nun die nie­der­ös­ter­rei­chi­sche ÖVP zum Zug. De­ren Bau­ern­bund-Di­rek­to­rin Klau­dia Tan­ner wird die ers­te weib­li­che Res­sort­che­fin.

Au­ßen­mi­nis­te­ri­um

Der Au­ßen­mi­nis­ter der Über­gangs­re­gie­rung, Alex­an­der Schal­len­berg, könn­te blei­ben. Auch der vor­ma­li­ge Spre­cher der tür­kis-blau­en Re­gie­rung, der Di­plo­mat Pe­ter

Laun­sky-Tief­fen­thal, könn­te über­neh­men. Das Res­sort fällt je­den­falls der ÖVP zu.

Bil­dung

Die Bil­dung bleibt der ÖVP er­hal­ten. Aus­sichts­reichs­ter Kan­di­dat: der vor­ma­li­ge Amts­in­ha­ber Heinz Faß­mann.

Land­wirt­schafts­mi­nis­te­ri­um

Die­ses dürf­te Eli­sa­beth Kös­tin­ger wie­der für die ÖVP über­neh­men. Die Um­welt­agen­den wan­dern aus dem Mi­nis­te­ri­um am Stu­ben­ring al­ler­dings zu den Grü­nen. Wirt­schafts­mi­nis­te­ri­um

Auch hier dürf­te die bis­he­ri­ge Mi­nis­te­rin wei­ter­ma­chen: Mar­ga­re­the Schram­böck

(ÖVP). Sie dürf­te auch noch die Agen­den für das Ar­beits­markt­ser­vice da­zu­be­kom­men. Vi­ze­kanz­ler­amt

Hier wird mit Wer­ner Kog­ler der ers­te Grü­ne ein­zie­hen. Sei­ne mut­maß­li­chen Agen­den: Be­am­te und Sport. Im­mer­hin war er ein­mal U21-Spie­ler bei Sturm Graz. Ver­kehrs­mi­nis­te­ri­um

Ge­setzt ist die vor­ma­li­ge Glo­bal-2000-Ge­schäfts­füh­re­rin Leo­no­re Ge­wess­ler. Zu­sätz­lich wird die Grü­ne die Um­welt­agen­den aus dem Land­wirt­schafts­mi­nis­te­ri­um er­hal­ten. So­zi­al­mi­nis­te­ri­um

Das So­zi­al­mi­nis­te­ri­um wird die Ge­sund­heits­agen­den be­hal­ten. Da­für könn­te es je­ne für das AMS ver­lie­ren. Fa­vo­rit für den Chef­pos­ten ist der ober­ös­ter­rei­chi­sche Grü­nen­Lan­des­rat Ru­dolf An­scho­ber. Fix ist das aber nicht. Al­ter­na­ti­ve: die frü­he­re Salz­bur­ger Lan­des­rä­tin As­trid Röss­ler. An­scho­ber hät­te gern die In­te­gra­ti­ons­agen­den für die Grü­nen ge­habt. Die­se dürf­ten aber im Au­ßen­mi­nis­te­ri­um blei­ben.

Jus­tiz

Das Mi­nis­te­ri­um geht an die Grü­nen. Höchst­wahr­schein­lich an die An­wäl­tin Al­ma

Za­dic´, die ih­re po­li­ti­sche Kar­rie­re bei der Lis­te Pilz be­gann. Al­ter­na­tiv-Va­ri­an­te wä­re der pen­sio­nier­te Lei­ter der Kor­rup­ti­ons­staats­an­walt­schaft Wal­ter Gey­er. Noch un­klar ist, ob es künf­tig ei­nen Bun­des­staats­an­walt ge­ben wird, der dann statt des Mi­nis­ters an der Spit­ze der An­kla­ge­be­hör­de steht.

Frau­en

Noch am Sams­tag wur­de über die Frau­e­na­gen­den ver­han­delt. Die Idee, ein ei­ge­nes Mi­nis­te­ri­um ein­zu­set­zen, wur­de schon zu­vor ver­wor­fen. Mehr Ef­fek­te, so heißt es, könn­te man er­zie­len, wenn man das Res­sort in ein Mi­nis­te­ri­um mit grö­ße­rem Bud­get ein­bet­te. In wel­ches, ist noch nicht be­kannt. Es soll je­den­falls ein grü­nes sein.

Kul­tur

Die Kul­tur könn­te ein ei­ge­nes Mi­nis­te­ri­um oder auch nur ein Staats­se­kre­ta­ri­at wer­den. Fa­vo­ri­tin: Eva Blim­lin­ger, Ex-Rek­to­rin der Aka­de­mie der bil­den­den Küns­te.

[ Alex Halada/pic­tu­re­desk.com ]

Mit­te die­ser Wo­che wol­len die bei­den Par­tei­chefs, Se­bas­ti­an Kurz (ÖVP) und Wer­ner Kog­ler (Grü­ne), ihr Re­gie­rungs­pro­gramm prä­sen­tie­ren.

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