Der EU-Bei­tritt war ein Be­frei­ungs­schlag

Die Presse - - DEBATTE -

„. . . wenn wir da­mals nicht der EU bei­ge­tre­ten wä­ren?“, „Qu­er­ge­schrie­ben“von Chris­ti­an Ort­ner, 27. 12. Gera­de weil ich Ort­ners Kom­men­ta­re über­wie­gend mit Zu­stim­mung le­se, hat mich die­ser Bei­trag über die Mit­glied­schaft bei der EU zu­tiefst ent­täuscht. Ich bin alt ge­nug, um mich an die Zeit vor dem EUBei­tritt noch gut zu er­in­nern: Ös­ter­reich war in der Gei­sel­haft der struk­tur­kon­ser­va­ti­ven Kam­mern, Wirt­schafts­pro­tek­tio­nis­mus war an der Ta­ges­ord­nung, der An­schluss an dy­na­misch-in­no­va­ti­ve Ent­wick­lun­gen schien blo­ckiert.

Für ei­nen Te­le­fon­an­schluss muss­te man „Gna­den­ge­su­che“ein­rei­chen, staat­li­che Mo­no­pol­be­trie­be be­herrsch­ten das Land, die Kil­ler­ar­gu­men­te „Derf ma denn das“und „Des ham­ma schon im­mer so g’macht“steu­er­ten den In­no­va­ti­ons­dia­log. Die EU mit den vier Gr­und­frei­hei­ten, ei­ner ent­schie­de­nen Wett­be­werbs­po­li­tik, der Ver­hin­de­rung von Mo­no­po­len hat das Land in wohl­tu­en­der

Wei­se durch­lüf­tet. Die wirt­schaft­li­chen Vor­tei­le des Ex­port­booms sind evi­dent.

Be­dau­er­lich, wenn der Chef des „Zen­tral­or­gans des Neo­li­be­ra­lis­mus“den durch die EU be­wirk­ten Frei­heits­schub of­fen­sicht­lich über­sieht bzw. klein­re­det und die si­cher­lich vor­han­de­nen Fehl­ent­wick­lun­gen der EU in den

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