Ein Neu­start

Die Presse - - MENSCHEN/VERANSTALT­UNGEN -

D ie ers­te Lauf­run­de des Jah­res ist ge­schafft. Am 1. 1. in die Sport­schu­he zu schlüp­fen hat im­mer ei­nen ganz be­son­de­ren Reiz. Die Nach­we­hen der Sil­ves­ter­nacht be­glei­ten ei­nen – nicht (nur) kör­per­lich. Man läuft vor­bei an den am Geh­steig zahl­reich hin­ter­las­se­nen Sekt­fla­schen, springt über ex­plo­dier­te Feu­er­werks­kör­per, weicht Glas­scher­ben aus und stol­pert dann doch noch – über ei­nen Sekt­kor­ken na­tür­lich. An die­sem Tag är­gert man sich über sol­che Din­ge al­ler­dings nicht. Man freut sich so­gar ein biss­chen. Dar­über, dass man vor vie­len an­de­ren wach ist, dass man sich schon am ers­ten Tag des neu­en Jah­res sport­lich be­tä­tigt. Die Zu­ver­sicht, die in ei­nem auf­steigt, ist groß.

In die­sem Jahr wird vie­les an­ders. Man wird mehr Sport ma­chen, ge­sün­der es­sen, or­ga­ni­sier­ter sein, denkt man sich wäh­rend des Jog­gens. Al­ler­dings hat man das am 1. 1. 2019 auch schon ge­dacht und am 1. 1. 2018 und . . . Den Neu­jahrs­vor­sät­zen will ich den­noch nicht ab­schwö­ren. Ei­nen Ver­such sind sie mir wert. Mit die­ser Über­le­gung bin ich of­fen­bar nicht al­lein. Zwei Fünf­tel der Ös­ter­rei­cher ha­ben laut dem Lin­zer Mei­nungs­for­schungs­in­sti­tut Imas ei­nen Vor­satz für 2020 ge­fasst. An­ders als in den bei­den Jah­ren da­vor ist der am häu­figs­ten ge­nann­te Neu­jahrs­vor­satz dies­mal al­ler­dings nicht „mehr Sport“. Das ha­ben sich heu­er 35 Pro­zent der Ös­ter­rei­cher, die ei­nen Vor­satz ha­ben, vor­ge­nom­men. Da­mit liegt der Sport auf Platz zwei. Noch mehr Men­schen, näm­lich 36 Pro­zent, wol­len sich ge­sün­der er­näh­ren. Das ist 2020 auch mei­ne wich­tigs­te Ab­sicht. Hier gibt es noch Luft nach oben.

Mit mei­nen sport­li­chen Ak­ti­vi­tä­ten war ich im aus­ge­lau­fe­nen Jahr hin­ge­gen durch­aus zu­frie­den. Da­mit zäh­le ich zu der Hälf­te der Ös­ter­rei­cher, die laut Imas ih­re Neu­jahrs­vor­sät­ze aus dem Jahr 2019 zu­min­dest teil­wei­se um­ge­setzt hat. Ein Drit­tel schafft das so­gar groß­teils. Bei dem schlech­ten Ruf, der Neu­jahrs­vor­sät­zen vor­aus­eilt, ist das ei­ne durch­aus gu­te Quo­te. Selbst das Mei­nungs­for­schungs­in­sti­tut re­sü­miert: „Vor­sät­ze ha­ben si­cher­lich Sinn.“Der 1. 1. ist al­so ein gu­ter Tag für ei­nen Neu­start. Der 2. 1. aber üb­ri­gens auch.

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