Trifft ein gu­ter Vor­satz auf ei­nen zwei­ten . . .

Von Wel­len­sit­ti­chen, St. Pöl­ten und Gum­mi­bä­ren. Und der Fra­ge, wer als Ers­ter schwach wird.

Die Presse - - MENSCHEN/VERANSTALT­UNGEN - VON BER­NA­DET­TE BAYRHAMMER E-Mails an: ber­na­det­[email protected]­pres­se.com

Wir es­sen jetzt Por­ridge zum Früh­stück. Mit Lein­sa­men und Äp­fel­chen und Jo­ghurt. Und manch­mal so­gar aus Hir­se, was er­klärt, war­um ich un­längst in al­ler Herr­gotts­früh ein Fo­to von ei­nem Wel­len­sit­tich her­aus­ge­sucht ha­be: An­ders kann ich dem Mon­sieur beim bes­ten Wil­len nicht er­klä­ren, was Hir­se ist, zu­mal die­sem Gour­met auch der fran­zö­si­sche Be­griff nichts sagt. Und an­ders als das Wort für Hir­se (mil­let) kann ich mir das für den Wel­len­sit­tich (per­ru­che) par­tout nicht mer­ken, ob­wohl ich es schon ein paar Mal ge­braucht hät­te. Et­wa als ich zu Weih­nach­ten wie­der von un­se­rem eins­ti­gen Wel­len­sit­tich er­zählt ha­be, der die 200-Schil­lin­gSchei­ne un­se­res DKT-Spiels an­knab­ber­te. Was wie­der­um ei­ne in­ner­fa­mi­liä­re De­bat­te dar­über an­stieß, ob es beim DKT ei­gent­lich in­zwi­schen Grund­stü­cke in St. Pöl­ten gibt. Oder ob bald Bad Ischl auf den Plan kommt.

Wie auch im­mer, nach ei­nem Weih­nachts­fest, das dann von we­ni­gen Aus­nah­men ab­ge­se­hen be­we­gungs­mä­ßig aus DKT-Spie­len, Rinds­rou­la­den­rol­len und Fo­ie­gras-Häpp­chen-An­rich­ten be­stand – und es­sens­mä­ßig aus be­sag­ten Rinds­rou­la­den, Häpp­chen, Ma­ma­kek­sen und Tan­ten­tor­ten –, ha­ben wir uns jetzt auch ent­schlos­sen, uns ein biss­chen ge­sün­der zu er­näh­ren. Schon ein paar Ta­ge vor dem neu­en Jahr, denn was aus Neu­jahrs­vor­sät­zen wird, weiß man ja. So gibt es nun al­so Por­ridge, der mit schnö­den Ha­fer­flo­cken üb­ri­gens bes­ser schmeckt als mit Hir­se, der Mon­sieur kauft Kar­fi­ol statt Kar­ree, und wir schau­en uns auf YouTu­be lus­ti­ge Vi­de­os über die bö­ses­ten Le­bens­mit­tel an (Gum­mi­bä­ren!).

Läuft eh gut. Nur klei­ne Start­schwie­rig­kei­ten sind noch zu über­win­den. Das Bes­ser-Es­sen kol­li­diert näm­lich mit ei­nem an­de­ren Vor­satz: Nichts weg­wer­fen, was im Kühl­schrank ist. Die Tan­ten­tor­te ist schon auf­ge­ges­sen. Die Fo­ie gras war­tet nur noch dar­auf, dass ei­ner von uns schwach wird und ein Ba­guette kauft.

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