Die neue Re­gie­rung hat es sehr wohl in der Hand

Die Presse - - DEBATTE -

ver­grä­men, wird je­de ver­su­chen (müs­sen), bei Kern­the­men so we­nig wie mög­lich Zu­ge­ständ­nis­se an den Ko­ali­ti­ons­part­ner zu ma­chen.

Das wirk­li­che Pro­blem wird je­doch bei der nächs­ten Wahl auf bei­de Par­tei­en zu­kom­men. Selbst wenn es ge­lun­gen ist, die je ei­ge­nen Stand­punk­te oh­ne Ab­stri­che im Re­gie­rungs­pro­gramm um­zu­set­zen, bleibt die Fra­ge, ob die da­mit ver­bun­de­nen „Kos­ten“für die je­wei­li­gen Wäh­ler von Tür­kis bzw. den Grü­nen nicht zu hoch ge­we­sen sind. Kos­ten, ver­stan­den als je­ne pro­gram­ma­ti­schen Schwer­punk­te ei­ner Par­tei, bei de­nen die Wäh­ler der an­de­ren Par­tei schlicht­weg an­de­re Lö­sun­gen se­hen wol­len. Wenn dies der Fall sein soll­te, wer­den bei­de Par­tei­en ei­ni­ge/vie­le (?) Wäh­ler ver­lie­ren, und zwar nicht nur un­ter je­nen, die sie von an­de­ren Par­tei­en bei der letz­ten Wahl ge­won­nen ha­ben.

Die­ser Um­stand al­lein könn­te zu ei­nem Er­star­ken von SPÖ und FPÖ füh­ren.

„Wien schließt die De­ka­de im Plus“, von Mad­len Stottmeyer, 2. 1. Der in­ter­es­san­te Ar­ti­kel über die Wie­ner Börse schließt mit: „Dass Ös­ter­reichs neue Re­gie­rung gro­ßen Ein­fluss auf den ATX hat, ist al­ler­dings zu be­zwei­feln.“Da möch­te ich wi­der­spre­chen. Die neue Re­gie­rung hat es sehr wohl in der Hand, den Ak­ti­en­markt zu un­ter­stüt­zen, z. B. da­durch, ein­jäh­ri­ge Spe­ku­la­ti­ons­frist wie­der ein­zu­füh­ren, Kur­sge­winn da­nach steu­er­frei zu ma­chen und ei­ne Sen­kung der Kör­per­schafts­steu­er. Das hilft nicht den Spe­ku­lan­ten, son­dern soll­te die Al­ters­vor­sor­ge ren­ta­bler ge­stal­ten – hin zu pro­duk­ti­ven Ei­gen­ka­pi­tal-In­vest­ments, weg von Spar­bü­chern und An­lei­hen, die nicht ein­mal die In­fla­ti­on ab­de­cken und die Ös­ter­rei­cher Mil­li­ar­den Eu­ro an ent­gan­ge­ner Ren­di­te kos­ten.

Lang­fris­ti­ge Al­ters­vor­sor­ge mit ei­nem gut ge­streu­ten Ak­ti­en­porte­feuille zählt zu den nach­hal­tigs­ten In­vest­ments, die es gibt. da­mit mei­ne ich ei­gent­lich al­le Omas und Opas – fah­ren un­se­re En­kel­kin­der

– in die Mu­sik­schu­le,

– zum Nach­mit­tags­tur­nen,

– in den Fuß­ball­klub,

– ins Hal­len­bad zum Schwimm­un­ter­richt,

– zu Freun­den zum Ler­nen und Spie­len,

– bei Not­fäl­len zur Schu­le, um sie ab­zu­ho­len und vie­les mehr.

Wir be­treu­en un­se­re En­kel­kin­der an Nach­mit­ta­gen, ko­chen das Mit­tag­es­sen, sind bei Haus­übun­gen stets hilfs­be­reit, wenn bei­de El­tern­tei­le be­rufs­tä­tig sind und kei­ne Nach­mit­tags­be­treu­ung an den Schu­len vor­han­den ist. Wir neh­men sie bei uns auf, wenn sie krank sind, nicht zur Schu­le kön­nen und die El­tern. . . sie­he oben.

Wir küm­mern uns in den Som­mer-, Herbst­fe­ri­en und zu Os­tern um sie, wenn die El­tern. . .

An schul­au­to­no­men Ta­gen kön­nen sie gern zu uns kom­men, weil die El­tern. . .

Da­zu müs­sen wir auf dem Land ab­seits der Öf­fis un­ser Au­to in Be­trieb neh­men. Geht nicht an­ders. Um die Um­welt zu scho­nen, sol­len wir dann nicht mehr Ur­laub ma­chen, so will es die FFFBe­we­gung.

Nicht zu ver­ges­sen, dass sich vie­le der jet­zi­gen Omas und Opas, als sie jung und selbst El­tern wa­ren, oh­ne Zu­satz­hil­fe um die ei­ge­nen Kin­der ge­küm­mert ha­ben. Un­ter Auf­brin­gung von nicht un­er­heb­li­chen Op­fern und per­sön­li­chen Ein­schrän­kun­gen.

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