Ver­mie­ter soll Mak­ler­pro­vi­si­on selbst be­zah­len

Ob die Hö­he der Mie­ten da­durch steigt, ist um­strit­ten.

Die Presse - - ECONOMIST -

Wer be­stellt, zahlt: Das Be­stel­ler­prin­zip soll laut Re­gie­rungs­pro­gramm zu­künf­tig auch für Mak­ler­pro­vi­sio­nen bei der Ver­mitt­lung von Miet­woh­nun­gen gel­ten. In den meis­ten Fäl­len trifft das die Ver­mie­ter.

Der­zeit dür­fen Im­mo­bi­li­en­mak­ler in Ös­ter­reich ab­hän­gig von der ver­ein­bar­ten Miet­dau­er bis zu zwei Mo­nats­mie­ten Pro­vi­si­on vom Mie­ter ver­lan­gen. Ist der Miet­ver­trag auf drei Jah­re oder we­ni­ger be­fris­tet, darf die Pro­vi­si­on ma­xi­mal ei­ne Mo­nats­mie­te be­tra­gen. Vom Ver­mie­ter dür­fen Mak­ler nicht mehr als drei Mo­nats­mie­ten für die Ver­mitt­lung ver­rech­nen. „Auf dem Markt wer­den da Aus­nah­men ge­macht, so­dass der Ver­mie­ter oft gar kei­ne Pro­vi­si­on zahlt“, sagt Ar­no Wim­mer, stell­ver­tre­ten­der Ob­mann des Fach­ver­bands der Im­mo­bi­len- und Ver­mö­gens­treu­hän­der. Setzt Tür­kisG­rün den Pro­gramm­punkt um, soll in Zu­kunft je­den­falls der Auf­trag­ge­ber die Pro­vi­si­ons­kos­ten tra­gen – un­ab­hän­gig da­von, ob das der Mie­ter oder der Ver­mie­ter ist. Wien. In Deutsch­land stie­gen Mie­ten

In Deutsch­land wur­de das Be­stel­ler­prin­zip für Miet­woh­nun­gen schon 2015 ein­ge­führt. Ge­org Ed­lau­er, Ob­mann des Im­mo­bi­li­enFach­ver­bands der WKÖ, be­zeich­ne­te die Re­ge­lung im Au­gust 2019 noch als „kei­ne ge­eig­ne­te Maß­nah­me, um Wohn­kos­ten zu dämp­fen“. Statt­des­sen sei­en die Miet­prei­se im Nach­bar­land stär­ker ge­stie­gen, weil die Pro­vi­si­on dar­in ein­ge­rech­net wur­de. „Ein po­si­ti­ver Ef­fekt für ein­zel­ne Mie­ter führt da­mit zu ei­ner Ge­samt­stei­ge­rung der Miet­prei­se“, schrieb die WKÖ da­mals auf ih­rer Web­site.

„Die Prei­se sind nicht ein­deu­tig we­gen der Pro­vi­si­on ge­stie­gen. Das hat meh­re­re Grün­de“, sagt da­ge­gen Wim­mer am Frei­tag zur „Pres­se“. Man dür­fe nicht au­ßer Acht las­sen, dass „die Hö­he der Pro­vi­si­on in Deutsch­land nicht re­gle­men­tiert“ist. Wim­mer er­war­tet hier­zu­lan­de kei­ne Stei­ge­rung der Miet­zins­hö­hen durch das Be­stel­ler­prin­zip, weil die Mak­ler­pro­vi­si­on von bis­lang ma­xi­mal drei Mo­nats­miet­zin­sen für den Ver­mie­ter „um­ge­rech­net auf die Miet­dau­er mi­ni­ma­le Pro­zent­sät­ze aus­macht“.

Die Mie­ter­ver­ei­ni­gung Ös­ter­reichs (MVÖ) sieht die ge­plan­te Ein­füh­rung des Be­stel­ler­prin­zips er­war­tungs­ge­mäß po­si­tiv, da sie die­se ne­ben SPÖ und Ge­werk­schaft seit Jah­ren for­dert. (ozl)

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