Dan­ke, Bri­git­te Bier­lein!

Die Presse - - VORDERSEIT­E - VON RAI­NER NO­WAK

H eu­teend et das wohl ele­gan­tes­te In­terre gnu md er ös­ter­rei­chi­schen Ge­schich­te. Bri­git­te Bier­lein, ehe­ma­li­ge Ver­fas­sungs ge­richts­hof prä­si­den­tin, führ­te ei­ne Be­am­ten­re­gie­rung, als hät­te sie bis da­hin nichts an­de­res ge­tan. Nach dem Ibi­za- Skan­dal von Her­ren in Trai­nings­klei­dung, ei­ner tak­ti­schen Ab­wahl von Se­bas­ti­an Kurz und sei­ner Re­gie­rung so­wie an­de­ren hys­te­ri­schen Vol­ten kam sie als ers­te Kanz­le­rin der Re­pu­blik, die nicht in den Na­tio­nal­rat ge­wählt, son­dern vom Bun­des­prä­si­den­ten er­nannt wor­den war, dem Wunsch Alex­an­der Van der Bel­lens nach, we­ni­ger zu re­gie­ren denn al­les zu­sam­men­zu­hal­ten. Und das Ver­trau­en und die Zu­ver­sicht der Ös­ter­rei­cher wie­der­her­zu­stel­len. Ihr kur­zer, aber ef­fi­zi­en­ter Sta­bi­li­sie­rungs­kurs kam wohl auch dem Wunsch man­cher Ös­ter­rei­cher ent­ge­gen, dass Re­gie­rungs­po­li­ti­ker Be­ste­hen­des ver­wal­ten und re­prä­sen­tie­ren kön­nen. In Ös­ter­reich ist „Bü­ro­kra­tie“eben nicht im­mer nur ein Schimpf­wort.

Wir be­dan­ken uns bei Bri­git­te Bier­lein und ih­rem Team: Die Be­reit­schaft, die Füh­rung oh­ne lan­ge Vor­be­rei­tung zu über­neh­men, der Mut, sich dem Ri­si­ko po­ten­zi­el­ler Kri­sen und Kri­tik aus­zu­set­zen, ver­die­nen An­er­ken­nung.

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