SPÖ kämpft um ihr Kern­the­ma Ge­sund­heit

Die War­te­lis­te für Ope­ra­tio­nen ist wie­der on­li­ne, Um­fra­gen zur Ge­sund­heits­kom­pe­tenz wer­den ver­brei­tet.

Die Presse - - ÖSTERREICH -

Die Re­ak­ti­on kam prompt. Nach den Tur­bu­len­zen rund um den Spi­tä­ler­kon­zern KAV und der An­kün­di­gung von Ne­os und ÖVP, sich (noch) stär­ker um die Pro­ble­me im Wie­ner Ge­sund­heits­sys­tem küm­mern zu wol­len, über­rasch­te der KAV un­ter der Füh­rung von Eve­lyn

am Frei­tag mit ei­ner po­si­ti­ven Mel­dung: Die War­te­lis­te für Ope­ra­tio­nen, die on­li­ne je­der­zeit ein­seh­bar war (be­vor sie vom Netz ge­nom­men wur­de) ist wie­der on­li­ne.

Da­mit wird ein zen­tra­ler Kri­tik­punkt der Op­po­si­ti­on be­sei­tigt. Im­mer­hin hat­te die­se mo­niert, dass mit dem Ver­schwin­den der On­li­ne-War­te­lis­ten ex­trem lan­ge War­te­zei­ten für die Wie­ner ver­tuscht wer­den soll­ten. Die SPÖ da­ge­gen hat­te so ar­gu­men­tiert: Die Darstel­lung der Da­ten sei ver­zerrt und müss­te über­ar­bei­tet wer­den. Frei­wil­li­ge Ver­schie­bun­gen von OP-Ter­mi­nen durch Pa­ti­en­ten hät­ten die durch­schnitt­li­chen War­te­zei­ten in die Hö­he ge­trie­ben, hat­te Ge­sund­heits­stadt­rat Pe­ter er­klärt.

Nach der Über­ar­bei­tung der Da­ten wur­de nun vor­ge­rech­net, dass Wi­en sehr gut ab­schnei­det. Als Bei­spiel wur­de die zehn­wö­chi­ge War­te­zeit auf ei­nen Hüf­ter­satz im KAV ge­nannt, in an­de­ren Bun­des­län­dern liegt die War­te­zeit bei bis zu 25 Wo­chen.

Par­al­lel da­zu ver­brei­ten ro­te Krei­se ei­ne Ifes-Um­fra­ge (Auf­trag­ge­ber: SPÖ), wo­nach für 84 Pro­zent der Be­frag­ten Ver­bes­se­run­gen im Ge­sund­heits­sys­tem (be­son­ders) wich­tig sind. 40 Pro­zent der Be­frag­ten mei­nen dem­nach, die SPÖ schaf­fe es, die­se Ver­bes­se­run­gen um­zu­set­zen. Mit enor­mem Ab­stand fol­gen ÖVP (elf Pro­zent), Grü­ne (sie­ben Pro­zent), Ne­os (fünf Pro­zent) und FPÖ (drei Pro­zent). Das er­hoff­te Si­gnal: Die Wie­ner se­hen das städ­ti­sche Ge­sund­heits­sys­tem nicht so kri­tisch wie Op­po­si­ti­on und Me­di­en. Nur: Dass der SPÖ im Ge­sund­heits­be­reich tra­di­tio­nell ei­ne ho­he Kom­pe­tenz zu­ge­schrie­ben wird, ist nicht über­ra­schend – ist er (ne­ben dem The­ma Woh­nen, So­zia­les und Ar­beit) das vier­te ro­te Kern­the­ma seit Jahr­zehn­ten. Au­ßer­dem klin­gen noch die Wor­te des da­ma­li­gen Bür­ger­meis­ters Michael nach, der einst lau­nig mein­te: „Ich glau­be nur Stu­di­en, die ich mir selbst ge­schrie­ben ha­be.“

Fak­tum ist: Die Vor­fäl­le beim KAV sind Was­ser auf die Müh­len der Op­po­si­ti­on – was in der SPÖ ver­ein­zelt zu Mur­ren über Ge­sund­heits­stadt­rat Ha­cker führt. Auch Bür­ger­meis­ter Michael soll nicht be­son­ders be­geis­tert von der Per­for­mance des KAV sein – sind Tur­bu­len­zen im Ge­sund­heits­be­reich doch das Letz­te, was er in ei­nem Wahl­jahr brau­chen kann.

[ APA ]

KAV-Che­fin Köll­dor­fer konn­te nun ei­ne po­si­ti­ve Nach­richt prä­sen­tie­ren.

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