Brü­chi­ge Waf­fen­ru­he

Li­by­en. Kriegs­par­tei­en wer­fen ein­an­der Bruch der Feu­er­pau­se vor. Ber­lin sucht Kom­pro­miss bei Kon­fe­renz.

Die Presse - - AUSLAND -

Ei­gent­lich soll­te seit Sonn­tag­mit­ter­nacht im li­by­schen Bür­ger­krieg ei­ne Waf­fen­ru­he gel­ten. Doch schon kurz dar­auf war­fen sich bei­de Kon­flikt­par­tei­en ge­gen­sei­tig Ver­stö­ße ge­gen die Feu­er­pau­se vor. Die von den Ver­ein­ten Na­tio­nen an­er­kann­te Re­gie­rung in Tripolis sprach von Ge­wehr­feu­er un­mit­tel­bar nach Mit­ter­nacht, als die Waf­fen­ru­he ei­gent­lich in Kraft tre­ten soll­te. Man selbst füh­le sich dem Ab­kom­men aber wei­ter ver­pflich­tet.

Ein Kom­man­dant der so­ge­nann­ten Li­by­schen Na­tio­nal­ar­mee un­ter Füh­rung von Ge­ne­ral Kha­li­fa Haftar er­klär­te wie­der­um, Sol­da­ten der Re­gie­rung in Tripolis hät­ten ge­gen die Feu­er­pau­se „an ver­schie­de­nen Fron­ten mit ver­schie­de­nen Ar­ten von Waf­fen ver­sto­ßen“.

Haftar, der den Os­ten des Lan­des kon­trol­liert, will den von der UNO an­er­kann­ten Re­gie­rungs­chef, Fa­jez al-Sar­raj, stür­zen. Er wird von Russ­land un­ter­stützt, wäh­rend die Re­gie­rungs­sei­te Rü­cken­de­ckung aus der Tür­kei er­hält, die auch Sol­da­ten in das nord­afri­ka­ni­sche Land ent­sandt hat. Russ­land und die Tür­kei ha­ben die Waf­fen­ru­he ver­mit­telt.

De­bat­te über UN-Mis­si­on

Die La­ge im Li­by­en war auch bei den Ge­sprä­chen zwi­schen dem rus­si­schen Prä­si­den­ten, Wla­di­mir Pu­tin, und der deut­schen Kanz­le­rin, An­ge­la Mer­kel, am Sams­tag The­ma. Pu­tin si­cher­te in Mos­kau der von Ber­lin ge­plan­ten Frie­dens­kon­fe­renz sei­ne Un­ter­stüt­zung zu. Deutsch­land will ei­nen Aus­gleich un­ter den kon­kur­rie­ren­den aus­län­di­schen Play­ern er­rei­chen. Ziel sind wei­ter ein Waf­fen­still­stand und ein wirk­sa­mes Waf­fen­em­bar­go.

Auch Ita­li­ens Au­ßen­mi­nis­ter, Lu­i­gi Di Maio, setz­te am Sonn­tag ei­ne Initia­ti­ve. Er reg­te ei­ne UNF­rie­dens­mis­si­on für Li­by­en an. Die An­for­de­rung da­für müss­te je­doch aus dem Land selbst kom­men, sag­te Di Maio zur Zei­tung „La Stam­pa“. Eu­ro­päi­sche Sol­da­ten könn­ten sich an ei­ner Blau­helm-Mis­si­on be­tei­li­gen. (ag.)

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