„Ein Füh­rer­schein in der App“

In­ter­view. Di­gi­ta­li­sie­rungs­mi­nis­te­rin Schram­böck will di­gi­ta­le Aus­wei­se in ei­ner Han­dy-App um­set­zen, ei­ne ös­ter­rei­chi­sche Cloud er­mög­li­chen und mit­tels Block­chain Be­hör­den­we­ge er­set­zen.

Die Presse - - ECONOMIST/CHRONIK -

Das war ein sehr wert­schät­zen­der Um­gang auf Au­gen­hö­he. Die Wirt­schaft sieht man na­tür­lich un­ter­schied­lich, wir Tür­ki­sen ver­tre­ten den wirt­schaft­li­chen Wohl­stand sehr stark, die Grü­nen ha­ben an­de­re Aspek­te, die sie her­vor­he­ben. Wich­tig ist jetzt, das zu­sam­men­zu­füh­ren und um­zu­set­zen.

Un­ter­neh­men ha­ben sich schon bis­her um die Um­welt ge­küm­mert, das ist für sie ja nicht neu und nicht au­to­ma­tisch ein Wi­der­spruch. Fa­mi­li­en­be­trie­be den­ken bei­spiels­wei­se in Ge­ne­ra­tio­nen. Es kann sich heut­zu­ta­ge kein Un­ter­neh­men leis­ten, den Um­welt­schutz zu igno­rie­ren.

Wich­tig ist, dass sie bei der ÖVP sind. Es gibt ei­nen Un­ter­schied zwi­schen Soft­ware und Hard­ware. Bei die­sen The­men geht es um die Hard­ware, ich kon­zen­trie­re mich auf die di­gi­ta­le Trans­for­ma­ti­on, auf die Di­gi­ta­li­sie­rung in al­len Be­rei­chen – al­so auf die Soft­ware, die dar­auf auf­setzt. der­zeit vor al­lem von ame­ri­ka­ni­schen und chi­ne­si­schen Un­ter­neh­men an­ge­bo­ten wer­den, mit hoch si­che­ren Lö­sun­gen in Eu­ro­pa oder Ös­ter­reich um­zu­set­zen. Das geht aber nur in Ko­ope­ra­ti­on mit der Wirt­schaft, nicht al­lein durch den Staat.

Wir bau­en das kon­ti­nu­ier­lich aus. Der nächs­te Schritt ist un­ter an­de­rem der Füh­rer­schein in der App, di­gi­ta­le Aus­wei­se wie der Per­so­nal­aus­weis, die Au­to­zu­las­sung – wich­ti­ge Do­ku­men­te, die ich mit der Han­dy-App im­mer da­bei­ha­be.

Das ist ein Pro­blem, und das muss sich än­dern. Es gibt 230 Mil­lio­nen

Mel­de­ver­pflich­tun­gen für die Un­ter­neh­men pro Jahr. Wenn ei­ne Fir­ma über­sie­delt, muss sie bei­spiels­wei­se sie­ben ver­schie­de­ne Be­hör­den in­for­mie­ren – man muss sie­ben­mal die glei­chen Da­ten in un­ter­schied­li­cher Form ein­ge­ben. Künf­tig soll das Un­ter­neh­men die Da­ten nur ein­mal di­gi­tal ein­ge­ben müs­sen, und die Be­hör­den ho­len sich die für sie re­le­van­ten In­for­ma­tio­nen. Da wird auch die Block­chain ei­ne Rol­le spie­len.

Die Block­chain hilft uns da­bei, in der Ver­wal­tung die Pro­zes­se zu ver­ein­fa­chen. Mit den No­ta­ren läuft ein Pro­jekt, um Din­ge, die bis­her per­sön­lich er­le­digt wer­den muss­ten, di­gi­tal zu er­le­di­gen. mit der „gra­ce pe­ri­od“von zwei Jah­ren, in der nur die nö­tigs­ten be­trieb­li­chen Kon­trol­len durch­ge­führt wer­den. Das war mir sehr wich­tig, weil vie­le Fa­mi­li­en­be­trie­be dar­über ge­klagt ha­ben, dass so­fort nach ei­ner Über­ga­be vie­le Kon­trol­leu­re an­rü­cken und Auf­la­gen ma­chen. Plötz­lich hat die nächs­te Ge­ne­ra­ti­on ei­nen so­for­ti­gen In­ves­ti­ti­ons­be­darf von meh­re­ren Hun­dert­tau­send Eu­ro – und über­legt sich dann gut, ob sie sich das wirk­lich an­tun will.

Wir ha­ben den Zeit­punkt nicht ge­nau fest­ge­legt, ich wer­de mich da­für ein­set­zen, das so früh wie mög­lich zu ma­chen. Aber es geht auch um ein aus­ge­gli­che­nes Bud­get, das ist wich­tig.

[ Cle­mens Fa­b­ry]

Mar­ga­re­te Schram­böck will die Mel­de­ver­pflich­tun­gen für hei­mi­sche Un­ter­neh­men ver­ein­fa­chen.

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