So teu­er wer­den Edel­me­tal­le heu­er

Pro­gno­se. Ob­wohl der Gold­preis ge­ra­de sei­nen Höchst­wert seit 2013 er­reicht hat, kommt er dem Wert von Pal­la­di­um nicht na­he. Das könn­te sich heu­er än­dern.

Die Presse - - MEIN GELD -

Das ver­gan­ge­ne Jahr war ein gu­tes für Gold, Sil­ber, Pla­tin und Pal­la­di­um. Für 2020 nun pro­gnos­ti­ziert die Com­merz­bank zwar wei­ter­hin gu­te Aus­sich­ten für Gold und Sil­ber, ist bei der Ein­schät­zung von Pla­tin und Pal­la­di­um aber noch vor­sich­tig. Die Ri­si­ko­fak­to­ren für den Fi­nanz­markt wer­den dem Aus­blick zu­fol­ge vor­aus­sicht­lich gleich blei­ben, un­ter an­de­ren der even­tu­ell un­ge­re­gel­te Br­ex­it und der Han­dels­streit zwi­schen Chi­na und den USA. Soll­ten sich die Kon­flik­te nicht noch wei­ter ver­schär­fen, be­ste­he zu­nächst die Mög­lich­keit stei­gen­der Prei­se.

Pal­la­di­um er­reich­te im Vor­jahr sei­nen ab­so­lu­ten Spit­zen­wert: Nie zu­vor war ei­ne Fein­un­ze 2000 Dol­lar teu­er. Seit Au­gust hat sich der Preis von Pal­la­di­um mehr als ver­dop­pelt, im gan­zen Jahr hat es ei­ne Wert­stei­ge­rung von 53 Pro­zent ge­ge­ben. Mitt­ler­wei­le ist es dop­pelt so teu­er wie Pla­tin und rund 400 Dol­lar pro Fein­un­ze teu­rer als Gold. Nun er­ach­ten die Com­merz­bank-Ex­per­ten ei­ne Kor­rek­tur für über­fäl­lig – vor­erst aber wird der

Preis we­gen der Knapp­heit stei­gen. Ein leicht wach­sen­des An­ge­bot durch Re­cy­cling wür­de das nicht aus­glei­chen, da sich die Au­to­mo­bil­nach­fra­ge 2020 er­ho­len könn­te und die Pal­la­di­um­an­tei­le in Ka­ta­ly­sa­to­ren hö­her sind als frü­her. Die Com­merz­bank emp­fiehlt Au­to­mo­bil­her­stel­lern des­halb, Pal­la­di­um durch Pla­tin zu sub­sti­tu­ie­ren, für Ben­zin­au­tos wä­re das tech­nisch aber nicht die bes­te Lö­sung. Für Pla­tin könn­te ei­ne er­höh­te Nach­fra­ge da­zu bei­tra­gen, dass die Sche­re zum Gold­preis zu­min­dest deut­lich klei­ner wird.

His­to­risch sind Pla­tin und Sil­ber im Ver­gleich zu Gold sehr güns­tig und ha­ben des­halb ein hö­he­res Po­ten­zi­al für ei­nen Preis­an­stieg. Nach­fra­ge­ver­schie­bun­gen be­güns­tig­ten laut Com­merz­bank je­den­falls ei­nen un­ein­heit­li­chen Trend – und sol­che sind we­gen des zu­neh­men­den Er­sat­zes fos­si­ler Brenn­stof­fe durch er­neu­er­ba­re Ener­gi­en und durch die Pro­duk­ti­on von mehr Elek­tro­au­tos ge­wiss.

Der Gold­preis wie­der­um be­gann An­fang 2019 zu stei­gen, leg­te im Ge­samt­jahr um rund 15 Pro­zent zu und er­reich­te im Sep­tem­ber den höchs­ten Stand seit 2013. Vo­ri­ge Wo­che ent­stand durch den Kon­flikt zwi­schen dem Iran und den USA ei­ne er­neu­te Wert­stei­ge­rung auf 1611 Dol­lar – die 1600-Dol­larMar­ke war seit sie­ben Jah­ren nicht über­schrit­ten wor­den.

Dar­über, wie sich der Gold­preis im heu­ri­gen Jahr wei­ter­ent­wi­ckeln wird, sind sich Ex­per­ten nicht ganz ei­nig: Carsten Fritsch, Roh­stoff­ana­lyst der Com­merz­bank, er­war­tet le­dig­lich 1550 Dol­lar. Der ös­ter­rei­chi­sche Gold­ex­per­te Ro­nald-Pe­ter St­ö­fer­le hin­ge­gen hält ei­nen Preis bei un­ge­fähr 1700 Dol­lar oder so­gar hö­her für rea­lis­tisch. Die Com­merz­bank rech­net je­den­falls da­mit, „dass sich 2020 die struk­tu­rel­len Trends wei­ter ver­stär­ken und die po­si­ti­ven und ne­ga­ti­ven Fak­to­ren bei den ein­zel­nen Roh­stof­fen deut­li­cher wer­den.“Edel­me­tal­le blei­ben je­den­falls ein aus­sichts­rei­ches Seg­ment. (ozl/APA)

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