Neo­b­ür­ger­lich

Die Presse - - DEBATTE -

W er­ner Kog­ler – Sie er­in­nern sich, das ist der mit dem Bur­ger – hat es im „Fal­ter“zum „Dolm der Wo­che“ge­bracht. Das ist an sich schon au­ßer­ge­wöhn­lich, noch au­ßer­ge­wöhn­li­cher ist die Be­grün­dung: „Wer­ner Kog­ler kann kei­ne Kra­wat­te“, heißt es da. Und wei­ter: „Bei Amts­trä­gern in So­cken oder oh­ne Kra­wat­ten spü­ren wir, da stimmt et­was nicht.“So et­was in der „Pres­se“zu le­sen, wür­de ei­nen ja nicht wun­dern. Aber im Zen­tral­or­gan der in die Jah­re ge­kom­me­nen Bür­ger­schre­cke? Der „Fal­ter“ist über­haupt auf gu­tem Weg. Im sel­ben Blatt fand sich auch noch ein lie­be­vol­les Por­trät von „Gust“Wögin­ger. Und selbst Gerald Fleisch­mann, der tür­ki­se Spin­dok­tor, kam halb­wegs un­ge­scho­ren da­von.

Tür­kis-Grün ist so­mit end­gül­tig im Her­zen von Bo­bos­tan an­ge­kom­men. „Grüß Ger­not“auf dem Kar­me­li­ter­markt ist jetzt nur noch ei­ne Fra­ge der Zeit.

Und na­tür­lich hat auch der Re­vo­lu­tio­när ein­mal bür­ger­lich an­ge­fan­gen. Das gan­ze 19. Jahr­hun­dert ist voll da­von. Wie­so soll er al­so nicht da­hin zu­rück­keh­ren, wo er her­kommt? Das Bes­te aus bei­den Wel­ten so­zu­sa­gen.

Se­bas­ti­an Kurz zeig­te sich im Bun­des­rat die­se Wo­che üb­ri­gens oh­ne Kra­wat­te. „How da­re you!“, wür­de der gou­ver­nan­ten­haf­te Bür­ger­schreck von heu­te sa­gen. (oli)

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