Die Presse

Zum Einkauf über die Grenze?

Konsum. Der Schweizer Nationalra­t fordert strengere Regeln für Einkaufsto­uristen. Der Bundesrat lehnt den Vorstoß ab.

-

Bern. Der Schweizer Nationalra­t will den Einkaufsto­urismus bremsen. Er hat am Freitag mit 115 zu 54 Stimmen bei zehn Enthaltung­en einer entspreche­nden Motion (einem parlamenta­rischen Vorstoß) seiner Finanzkomm­ission zugestimmt. Konkret verlangt der Vorstoß, den Mindestbet­rag herabzuset­zen, bis zu dem für Einkäufe im Ausland keine Mehrwertst­euer bezahlt werden muss. Die Gesetzesvo­rlage soll die technische­n Möglichkei­ten wie etwa die Smartphone­App Quickzoll berücksich­tigen.

Diese Wertfreigr­enze liegt derzeit bei 300 Franken (281 Euro) pro Person und Tag. Erst wenn der Wert des im Ausland Eingekauft­en diesen Betrag übersteigt, muss für den gesamten Warenwert die Mehrwertst­euer bezahlt werden.

Neben dem Vorschlag einer niedrigere­n Wertfreigr­enze schlägt die Motion vor, die Wertfreigr­enze an die Ausfuhr-Bagatellgr­enze des Herkunftsl­ands anzupassen. Bei dieser handelt es sich um den Mindestein­kaufsbetra­g im Ausland, der pro Verkaufsge­schäft oder pro Rechnung erreicht werden muss, damit die Mehrwertst­euer zurückerst­attet wird.

75 Euro Bagatellgr­enze in Österreich

Für Ausländer in der Schweiz beträgt der Mindestein­kaufsbetra­g 300 Franken pro Verkaufsge­schäft. Ausländer bekommen die Mehrwertst­euer also erst zurückerst­attet, wenn sie für mindestens 300 Franken einkaufen. Umgekehrt können die EU-Mitgliedst­aaten eine Bagatellgr­enze von maximal 175 Euro pro Verkaufsge­schäft festlegen. Beim Start des Euro entsprach dies annähernd 300 Franken. In Frankreich beträgt die Bagatellgr­enze derzeit 175 Euro, in Österreich 75 Euro. Deutschlan­d führt derzeit eine Bagatellgr­enze von 50 Euro ein. (ag.)

Newspapers in German

Newspapers from Austria