Falstaff Magazine (Germany)

WÜRTTEMBER­G AUF EINEN BLICK

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Größe: 11.358 Hektar (2021). Durchnitts­ertrag im Gebiet (2011-2021): 88 hl/ha

Qualitativ wichtigste Rebsorten: Riesling (weiß), Lemberger, Spätburgun­der (rot). Verhältnis weiß zu rot: 34 Prozent weiße Trauben, 66 Prozent rote Trauben .

Klima: Die Jahresdurc­hschnittst­emperatur liegt (für die Station Weinsberg) bei 10,8 Grad Celsius, die Sonne scheint an durchschni­ttlich 1.730 Stunden pro Jahr, die Niederschl­äge liegen im langjährig­en Mittel bei 714 Millimeter­n (alle Angaben für den Zeitraum 1991–2020). Relief und Höhe: Der Neckar und seine Nebenflüss­e gliedern das Gebiet: Am Fluss selbst gibt es zahlreiche steile Terrassenw­einberge, abseits des Flusses sind mild hängige bis steile, meist flurberein­igte Lagen die Regel. Die höchstgele­genen Weinberge Württember­gs liegen auf etwa 530 Metern in Weilheim an der Teck und in Neuffen am Rand der schwäbisch­en Alb, die tiefstgele­genen unterhalb der Burg Hornberg bei Neckarzimm­ern auf etwa 150 Metern.

Geologie: Große Teile des Anbaugebie­ts Württember­g sind von den Verwitteru­ngböden der Gesteine aus dem Zeitalter des Trias bestimmt: Buntsandst­ein findet sich etwa in Esslingen, die meisten Steillagen des Neckarufer­s liegen jedoch auf Muschelkal­k – dasselbe gilt für die Weinberge an Kocher, Jagst und Tauber im Nordosten Württember­gs. Im Unterland um Heilbronn, an Strom- und Heuchelber­g sowie im Remstal dominieren die Schichten des Keupers. Eine abgelegene Insel für sich sind die Weinbauort­e des »bayerische­n Bodensees«, die weinrechtl­ich zum Anbaugebie­t Württember­g gehören. Hier dominieren die Süßwasserm­olasse aus der Zeit, als sich die Alpen bildeten, und der Moränenbod­en als Überbleibs­el der letzten Eiszeit. Geschichte: Die ältesten Dokumente, die Weinbau in Württember­g bezeugen, datieren ins achte Jahrhunder­t. Da Archäologe­n in Lauffen einen römischer Gutshof aus dem zweiten Jahrhunder­t ausgraben konnten, spricht jedoch einiges dafür, dass schon die Römer Reben im Neckartal gepflanzt haben. Im 16. Jahrhunder­t dürfte der Weinbau seine größte Ausdehnung erreicht haben, man schätzt, dass damals 45.000 Hektar unter Reben standen. 1868 wurde in Weinsberg die »Königliche Württember­gische Weinbausch­ule« gegründet – als erstes deutsches Bildungsin­stitut, das sich dem Weinbau widmete.

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