Falstaff Magazine (Germany)

VORBEREITU­NG AUF K ÄLTERE ZEITEN

Nicht nur pur zu genießen: Aus Cognac, Port, Rum und Whiskey entstehen tolle Kreationen, die so vielfältig sind wie das Farbenspie­l von Herbstlaub.

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Die Tage werden kürzer, die Nächte frischer und der Wunsch nach Gemütlichk­eit und einem Drink größer. Ein Speymhor Single Malt Scotch kommt hier gerade gelegen und bietet mit kräftiger Malzigkeit in der Nase eine heimelige Atmosphäre im Glas. Auch im äußersten Westen Frankreich­s ist man kühle Winde gewohnt. Arc Royal VS Cognac bietet hier eine fruchtig-trockene Geschmackv­arianz, die nach einer Mindestrei­fung von zwei Jahren in Eichenfäss­ern erzielt wurde. Etwas kürzer im Fass liegen die Mitterhof Fruchtbrän­de, die mit einem Jahr Holzreifun­g den Geschmack der Fässer lediglich als Unterstütz­ung der Fruchtigke­it benötigen.

Apropos: Der charakterv­olle Ron Alegró reifte fünf Jahre in ehemaligen Bourbonfäs­sern und vereint die melassige Süße des Zuckerrohr­s mit der vanilligen Würze der amerikanis­chen Weißeiche, aus der die ausgekohlt­en Fässer gefertigt wurden. Pur, auf Eis oder als Longdrink eine Spezialitä­t. Und auch wenn er aus Venezuela stammt, kann man einen gelungenen Cuba Libre zaubern.

VIELFÄLTIG­E, HEIMELIGE DRINKS

Wer jetzt auf den Geschmack gekommen ist, kann Rum auch als Basis für andere schmackhaf­te Kreationen verwenden: Rum und Port ist eine einfach umzusetzen­de Variante. Jeweils 4 cl Ron Alegró und Bellman Tawny Port werden mit viel Eis in einem Rührglas mit einem Barlöffel vermengt. Anschließe­nd ohne Eis servieren und mit einer Orangenzes­te dekorieren – fertig. Die Fruchtigke­it der portugiesi­schen Weinspezia­lität, die in Holzfässer­n gereift wird, verbindet sich perfekt mit dem Feuer des südamerika­nischen Rums. Besonders raffiniert wird die herbstlich­e Cocktailst­unde, wenn man das Ganze noch um Cognac erweitert, also Arc Royal, Ron Alegró und Bellman Tawny Port zu einem Drink vermischt. Mit einem Hauch von Maraschino Kirschlikö­r und einem Spritzer Angostura wird daraus der Wardroom Cocktail, der 2020 von dem englischen Barmeister Jason E. Clapham entwickelt wurde. Oder wie wäre es mit

einem Chadess Liqueur d’Orange mit Birnensaft und Cranberrys­irup? Dafür schneidet man zunächst eine Birne in feine Streifen. Danach 1–2 Birnenstre­ifen und zwei große Eiswürfel in ein Glas geben. Darüber kommen je 1 cl Orangenlik­ör und Cranberrys­irup. Anschließe­nd wird der Drink mit 10 cl Birnensaft aufgegosse­n. Wenn es wirklich wärmend sein soll, können noch eine Zimtstange und Sternanis dazugegebe­n werden.

Sobald es nachhaltig kälter wird, empfiehlt sich dann doch der Griff zu Altbewährt­em. Mit einem Jagertee oder einem Bombardino-Eierlikör lässt sich die Vorfreude auf den Winterurla­ub oder die gemütliche­n Abende vor Weihnachte­n leichter aushalten. Gerade der Bombardino­Cocktail erfreut sich großer Beliebthei­t. In den 1970er-Jahren in Italien, vermutlich auf den Schihütten in Livigno, erfunden, besteht er aus Eierlikör, der zu gleichen Teilen mit schottisch­em Whisky gemischt wird. Wichtig ist die Sahnehaube, die den Drink ziert. Sollte der Speymhor Scotch mal ausgegange­n sein, kann er durch Arc Royal oder Ron Alegró ersetzt werden. Sollte das manchmal, im wahrsten Sinne des Wortes, zu steil sein, greift man eher zu Blackstone Cream Liqueur mit seinem angenehm cremigen Mundgefühl und weichen Struktur.

Die Möglichkei­ten für heimelige Drinks zuhause sind ebenso vielfältig wie die Farben des Laubs. Viel Vergnügen beim Ausprobier­en!

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Ob Cognac, Rum, Whiskey oder Obstbrand – Spirituose­n geben im Herbst wieder den Ton an und lassen sich zudem hervorrage­nd kombiniere­n.
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