Si­sis Ko­ka­in­sprit­ze

Geschichte - - „OH, WIE ENTSETZLICH IST ES, ALT ZU WERDEN“ -

Fi­xer Be­stand­teil von Kai­se­rin Eli­sa­beths Apo­the­ke war ih­re klei­ne, hand­li­che Ko­ka­in­sprit­ze. Denn Ko­ka­in ge­hör­te im 19. Jahr­hun­dert durch­aus zu den kon­ven­tio­nel­len Schmerz­mit­teln, und Si­si dürf­te die Sub­stanz bei ih­rem schmerz­haf­ten Rheu­malei­den und bei schwe­ren Mi­grä­ne­an­fäl­len ein­ge­setzt ha­ben. Ko­ka­in wur­de in der hö­he­ren Ge­sell­schaft aber auch als Mit­tel ge­gen schwe­re Me­lan­cho­lie – heu­te wür­de man von De­pres­sio­nen spre­chen – ver­schrie­ben. Selbst Sig­mund Freud hat­te Ko­ka­in nach Ei­gen­ver­su­chen als Sti­mu­lanz bei geis­ti­gen und kör­per­li­chen Er­schöp­fungs­zu­stän­den emp­foh­len. Als Dro­ge wur­de Ko­ka­in erst Jahr­zehn­te spä­ter ein­ge­stuft, als die ge­fähr­li­che Sucht­wir­kung lang­sam be­kannt wur­de.

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