Freun­din für den Ehe­mann ge­sucht

Geschichte - - „OH, WIE ENTSETZLICH IST ES, ALT ZU WERDEN“ -

Kai­ser Franz Jo­seph litt we­gen der stän­di­gen Ab­we­sen­heit sei­ner Frau an Ein­sam­keit, doch Si­si konn­te und woll­te nicht mehr Zeit in Wi­en ver­brin­gen. Sie such­te nun ge­zielt nach ei­ner Kan­di­da­tin, die dem Kai­ser die Zeit ver­sü­ßen soll­te, bis sie von ih­ren lan­gen Rei­sen wie­der zu­rück­kam. Si­sis Wahl fiel schließ­lich auf die Burg­schau­spie­le­rin Kat­ha­ri­na Schratt. Sie war da­mals 32 Jah­re alt, hübsch, lus­tig, hat­te die Ga­be, zu un­ter­hal­ten und, was be­son­ders wich­tig war, sie ge­hör­te nicht zur Hof­ge­sell­schaft. Si­si selbst mach­te den Kai­ser mit Kat­ha­ri­na Schratt be­kannt. Die Burg­schau­spie­le­rin er­hielt den of­fi­zi­el­len Ti­tel „Freun­din Ih­rer Ma­jes­tät“, durf­te die kai­ser­li­che Fa­mi­lie in der Hof­burg und in Schön­brunn be­su­chen und emp­fing selbst den Kai­ser zum täg­li­chen Kaf­fee­tratsch. So­lan­ge die Kai­se­rin leb­te, hielt sie ih­re schüt­zen­de Hand über die Be­zie­hung ih­res Ehe­man­nes zur Burg­schau­spie­le­rin und ver­hin­der­te so ge­häs­si­gen Tratsch.

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