Der letz­te Pra­ter-Striz­zi sagt „Adieu“zum Rot­licht-Mi­lieu

Heute - Wien Ausgabe - - Österreich Heute - Wolf­gang Höll­rigl

Er ist ein Mann aus ei­ner an­de­ren Zeit. In sei­ner Spra­che gibt es noch An­ti­qui­tä­ten wie „Tatsch­ke­list“(Pä­do­phi­ler) und na­tür­lich „ Striz­zi“(Zu­häl­ter). Denn „Ca­dil­lac“-Fred­dy Ra­bak (70) war lan­ge selbst ei­ner von ih­nen. Re­sul­tat: 16 Vor­stra­fen, sechs Jah­re „Schmalz“(Haft). Doch nach der Öff­nung des Ei­ser­nen Vor­hangs ging die Wie­ner Un­ter­welt un­ter. Auch Ra­bak wich vor Ost-Ban­di­ten zu­rück, zog sich nach vier Ehen mit Pro­sti­tu­ier­ten selbst aus dem Sumpf. Am Wo­che­n­en­de prä­sen­tier­te er im Ca­fé „Hea­ven & Hell“die amü­san­te Au­f­ar­bei­tung sei­nes Le­bens: „Adieu Rot­licht-Mi­lieu“(bei ama­zon, 14,90 Eu­ro). Als nun­meh­ri­ger „ Strich­fi­lo­sof“hin­ter­fragt Ra­bak an­fangs die Chan­cen ge­bo­re­ner Ver­lie­rer. Er selbst wuchs trist und grob auf. Sein Va­ter war Ent­fess­lungs­künst­ler im Wie­ner Pra­ter. Sohn Fred­dy lan­de­te früh auf der Stra­ße und „stu­dier­te die Raub­tie­re im Groß­stadt-Dschun­gel“. Fol­ge: Noch als Teen­ager wur­de er Pra­ter-Striz­zi. Von da an hält das Buch in Atem: Ra­bak er­zählt von il­le­ga­lem Ha­sard, von Ca­pos wie „Not­wehr-Chris­ta“und dem „G’schwin­den“. Er er­klärt, wie ein Striz­zi mit ei­ner fau­len Pro­sti­tu­ier­ten spricht: „Ab mor­gen stehst von Licht zu Licht und noch a Schicht! Ver­staun­den?“ Und er ver­rät, dass er sich auch als Dea­ler ver­such­te: „Wir hat­ten Cham­pa­gner-Ko­ka­in aus Ko­lum­bi­en. Die bes­te Wa­re in ganz Wi­en. So­gar Fal­co hat mir das da­mals be­stä­tigt.“Al­les au­then­tisch. „Ca­dil­lac“-Fred­dy hat so­gar sein Buch selbst ge­schrie­ben: Pül­cherEh­ren­wort!

Ex-Striz­zi Ra­bak bei der Prä­sen­ta­ti­on sei­ner Le­bens­ge­schich­te: gu­ter Stoff aus Halb­sei­de

„Ca­dil­lac-Fred­dy“in star­ken Zei­ten

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