Schwie­rig, pas­sen­de Mit­ar­bei­ter zu fin­den

Heute - Wien Ausgabe - - AppHeute -

Die, die wirk­lich in die Kul­tur pas­sen und den rich­ti­gen Mind­set mit­brin­gen. Wir brau­chen en­ga­gier­te Tech­ni­ke­rin­nen und Tech­ni­ker, die be­reit sind, un­se­re Pro­duk­te zu de­si­gnen, zu ent­wi­ckeln und die In­no­va­ti­on vor­an­zu­trei­ben. Wir sind das glo­ba­le Kom­pe­tenz­zen­trum für al­le Stra­ßen­bah­nen von Bom­bar­dier welt­weit. Das heißt, je­de Stra­ßen­bahn, die Sie welt­weit se­hen, kommt zu­min­dest mit ei­nem

Teil aus Wi­en.

Heu­te: Wo­her be­kom­men Sie die pas­sen­den Leu­te?

Kraus: Wir ha­ben ent­spre­chen­de Think-Tanks. Das sind Un­ter­neh­men, die im Raum Wi­en tä­tig sind, dann sind da in­ter­na­tio­na­le Be­wer­ber, da ist na­tür­lich die Tech­ni­sche Uni, wir ha­ben die Fach­hoch­schu­le

Mit­ar­bei­ter soll­ten Mind­set mit­brin­gen

Tech­ni­kum Wi­en. Wir ha­ben sehr vie­le Mög­lich­kei­ten, die Aus- und Wei­ter­bil­dung mit­zu­ge­stal­ten. Der­zeit ha­ben wir über 50 Po­si­tio­nen aus­ge­schrie­ben.

Heu­te: Wie ge­lingt es Ih­nen, mehr Frau­en zu Mi­cro­soft zu brin­gen?

Ni­na Schmidt (Mi­cro­soft): Ja, das ist de­fi­ni­tiv ei­ne Prio­ri­tät. Als ich vor zehn Jah­ren zu Mi­cro­soft kam, wa­ren wir bei ei­nem Frau­en­an­teil von 18 Pro­zent und der Ver­triebs­lei­ter aus dem Com­mer­ci­al-Be­reich hat zu mir ge­sagt: „Du Ni­na, es gibt kei­ne Frau­en in der IT.“Mitt­ler­wei­le ha­ben wir be­wie­sen: Wenn man lan­ge ge­nug dran bleibt, dann schafft man das. Wir sind der­zeit bei ei­nem Frau­en­an­teil von 35 Pro­zent.

Heu­te: Wie hal­ten Sie Ihr Per­so­nal?

Schmidt: Ich kann jetzt schon sa­gen, dass wir 2020 ein The­ma ha­ben wer­den, die rich­ti­gen Per­so­nen zu fin­den, weil auch die Job­de­fi­ni­ti­on per se 2020 ei­ne ganz an­de­re sein wird. Wenn man sich die Job-Ti­tel an­schaut, da steckt oft ganz et­was an­de­res da­hin­ter als in der Be­schrei­bung selbst. The­ma Re­ten­ti­on: Der IT-Markt ist sehr dy­na­misch, un­se­re Mit­ar­bei­ter be­we­gen sich nicht nur zu un­se­rem Mit­be­werb, son­dern auch zu Kun­den und Part­nern, weil die­se Kom­pe­ten­zen übe­r­all sehr, sehr stark nach­ge­fragt wer­den. Fle­xi­ble Ar­beits­zei­ten, Ver­ein­bar­keit von Be­ruf und Fa­mi­lie oder Pen­del­zei­ten re­du­zie­ren und mo­bi­les Ar­bei­ten sind die rich­ti­gen Maß­nah­men, um die Mit­ar­bei­ter auch zu hal­ten.

Heu­te: Die Kf­zLeh­re ist im­mer ge­fragt, oder?

Mar­tin Ef­fer­din­ger (ÖAMTC): Wir sind zwar in der be­nei­dens­wer­ten La­ge, dass wir pro Jahr 3.500 bis 4.000 Blind­be­wer­bun­gen be­kom­men. Es kann aber sein, dass wir ei­nen Tech­ni­ker aus­schrei­ben, aber drei Be­wer­bun­gen von ar­beits­lo­sen Tisch­lern be­kom­men. Auch die Schu­lung bei uns ist ei­ne um­fas­sen­de, denn wenn Sie uns ru­fen, dann sind Sie meis­tens in ei­ner Kri­sen­si­tua­ti­on. Und da geht es auch dar­um, dass Sie vom Kol­le­gen auch mensch­lich be­treut wer­den. Ge­ra­de in ei­ner Hel­fer­or­ga­ni­sa­ti­on ist das ei­ne gro­ße Her­aus­for­de­rung, wie die Per­son fach­lich und mensch­lich da­mit um­geht. Wir ha­ben ganz ge­rin­ge Fluk­tua­ti­on, wir un­ter­stüt­zen Mit­ar­bei­ter auch in Kri­sen­si­tua­tio­nen, bei Krank­hei­ten, bei fa­mi­liä­ren Pro­ble­men, wir le­ben die­ses Hel­fen auch nach in­nen. Das ist auch der Grund, war­um Tech­ni­ker, die wo­an­ders mehr ver­die­nen könn­ten, trotz­dem bei uns sind.

Po­lier oder Bau­lei­ter sind Man­gel­wa­re

Heu­te: Wo glau­ben Sie, wird es denn in Zu­kunft be­son­ders eng wer­den?

Gün­ter Se­no­ner (STRABAG): Wir ha­ben ak­tu­ell 2.500 Stel­len im Kon­zern nicht be­setzt, über­wie­gend tech­ni­sche Po­si­tio­nen. Sol­che Be­ru­fe wie Po­lier oder Bau­lei­ter sind wirk­lich Man­gel­wa­re ge­wor­den. Wir ha­ben tra­di­tio­nell in der Bau­wirt­schaft im ge­werb­li­chen Be­reich ei­nen gu­ten Mix an vie­len Na­tio­nen in den Län­dern. Her­kunft, Di­ver­si­tät, Mann-Frau The­ma­tik ist na­tür­lich auch bei uns ein The­ma.

Heu­te: Wie groß ist Ih­re Frau­en­quo­te?

Se­no­ner: Wir ha­ben ei­ne Frau­en­quo­te von ge­s­amt 30 Pro­zent, wo­bei das na­tür­lich sehr stark durch die kauf­män­ni­schen Be­ru­fe do­mi­niert ist. Im tech­ni­schen Be­reich und im Ma­nage­ment sind wir lei­der Got­tes ab­so­lut un­ter­be­setzt, was die Frau­en­an­zahl be­trifft. Ei­ne Än­de­rung geht nur sehr lang­sam.

Heu­te: Ist das bei der Aus­tro Con­trol auch so? Da geht es ja um Le­ben und Tod, wenn Sie ver­sa­gen?

Flo­ri­an Ka­li­na (Aus­tro Con­trol): Das ist rich­tig, un­ser Pro­dukt ist Si­cher­heit. In punc­to Frau­en­quo­te lie­gen wir bei den Flug­lot­sen un­ge­fähr bei 20 Pro­zent. Da sind Frau­en auch sehr un­ter­re­prä­sen­tiert. Ge­ra­de weil es Län­der gibt, wo das ein rei­ner Frau­en­be­ruf ist. Span­nen­der­wei­se ge­ra­de in den ara­bi­schen Län­dern, wo man das viel­leicht nicht ver­mu­tet hät­te. Da­bei ist die­ser Be­ruf in­so­fern span­nend, als es ei­ner ist, der kör­per­lich nicht an­stren­gend ist. Da­mit gibt es kei­nen Nach­teil für Frau­en, wie es viel­leicht in der Bau-

Der Leh­re ih­ren Stel­len­wert zu­rück­zu­ge­ben und Nach­hol­be­darf im Aus­bil­dungs­be­reich

Ro­bert Bi­lek (li.) und Sil­via An­ge­lo im Ge­spräch mit Ger­hard Plott

Newspapers in German

Newspapers from Austria

© PressReader. All rights reserved.