Vor­wür­fe ge­gen Po­li­zei­di­rek­tor

Er soll Kin­der­krip­pen-lei­te­rin un­ter Druck ge­setzt ha­ben. „Stimmt nicht“, sagt der Be­trof­fe­ne.

Kleine Zeitung Steiermark - - 20 | STEIERMARK - HANS BREITEGGER HOFF­MANN BREITEGGER

Bür­ger­meis­ter Franz Ma­cher ist wü­tend. „Es ist schlicht­weg ei­ne Saue­rei, wie sich der Po­li­zei­di­rek­tor ge­gen­über mei­ner Kin­der­krip­pen-Lei­te­rin ver­hal­ten hat. Er hat sie der­art un­ter Druck ge­setzt, dass sie so­fort nach dem Te­le­fon­ge­spräch al­les in sei­nem Sin­ne ge­än­dert hat. So geht das nicht“, stellt er sich schüt­zend vor die be­trof­fe­ne Mit­ar­bei­te­rin.

Der Hintergrun­d: Der mit sei­ner Fa­mi­lie in Gös­sen­dorf le­ben­de Gra­zer Po­li­zei­di­rek­tor Alex­an­der Gaisch hat sei­ne 18Mo­na­te al­te Toch­ter ab Herbst die­ses Jah­res für die Kin­der­krip­pe an­ge­mel­det. Weil das Kind von ei­nem an­de­ren Bu­ben bei zwei Pro­be­stun­den grund­los ins Ge­sicht ge­schla­gen wor­den sei, woll­te er nicht, dass die bei­den Kin­der in ein und die­sel­be Grup­pe kom­men.

Weil die Kin­der­krip­pen-Lei­te­rin dar­auf we­gen ei­nes Punk­te­sys­tems kei­ne Rück­sicht neh­men konn­te, kam es am 31. Mai die­ses Jah­res, ei­ne St­un­de vor dem El­tern­abend, am Te­le­fon zu ei­ner laut­star­ken Aus­ein­an­der­set­zung. „Er hat mir ge­sagt, dass er der Po­li­zei­di­rek­tor ist und ich ihn noch ken­nen­ler­nen wer­de“, er­in­nert sich die Kin­der­krip­pen-Lei­te­rin ge­gen­über der Klei­nen Zei­tung.

Angst ge­habt

„Er hat mir ge­droht, er hat an­ge­kün­digt, mich we­gen Auf­sichts­ver­let­zun­gen an­zu­zei­gen. Ich ha­be nur noch ge­weint. Dann ha­be ich mich zum Com­pu­ter ge­setzt und die gan­ze Ein­tei­lung neu ge­macht.“Sie ha­be her­um­ge­trickst und schließ­lich das ge­tan, was der Po­li­zei­di­rek­tor von ihr Vor­wür­fe ge­gen Alex­an­der Gaisch Kri­tik: Bür­ger­meis­ter Franz Ma­cher ver­langt ha­be. „Ich hat­te ein­fach Angst.“Bür­ger­meis­ter Franz Ma­cher traf die Frau kurz vor Be­ginn des El­tern­abends. „Sie­war auf­ge­bracht, to­tal fer­tig, hat ge­weint. Ich muss­te sie be­ru­hi­gen“, be­stä­tigt er.

Der Po­li­zei­di­rek­tor gibt zu, dass er ei­nen schlech­ten Tag hat­te und auf­ge­bracht war. Aber er schwächt den Vor­fall ab. Er ha­be der Frau le­dig­lich ge­sagt, dass er aus sei­ner be­ruf­li­chen Tä­tig­keit als Po­li­zei­di­rek­tor wis­se, dass es un­ter Kin­dern Ge­walt gibt und dar­aus Ver­let­zun­gen ent­ste­hen kön­nen. Er­wer­de ihr über das ab­nor­me Ver­hal­ten des Bu­ben ei­nen schrift­li­chen Be­richt zu­kom­men las­sen, soll­te sei­ner Toch­ter et­was ge­sche­hen, müs­se sie mit Kon­se­quen­zen rech­nen.

Kei­ne Dro­hung

„Von ei­ner Dro­hung kann kei­ne Re­de sein“, so Gaisch und sei­ne Gat­tin Clau­dia, die das Te­le­fo­nat mit­ver­folgt hat, „ich ver­mu­te ei­nen po­li­ti­schen Ra­che­akt, weil ich für ei­ne an­de­re Par­tei kan­di­diert ha­be.“Ges­tern Vor­mit­tag brach­te er der Kin­der­krip­pen­Lei­te­rin Pra­li­nen vor­bei. „Und ich ha­be mich bei ihr für das laut­star­ke Ge­spräch ent­schul­digt. Ich will ja, dass es mei­ne Toch­ter gut hat in der Kin­der­krip­pe.“

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