Kleine Zeitung Steiermark

Aus Hass mit Sprengstof­f gedroht

Südoststei­rer bedrohte Firma, die Arbeitslos­e vermittelt. Es handle sich um „Zwangsarbe­it“, so der 60-Jährige, der bereits drei Jahre in einer Anstalt für abnorme Rechtsbrec­her verbrachte.

- HANS BREITEGGER

Er hatte einen Polizisten aus Gnas bedroht – und einem Wiener, den er über eine Internetpl­attform für Arbeitslos­e kennengele­rnt hatte, Droh-SMS geschickt. Deshalb wurde er vom Gericht in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrec­her eingewiese­n. Drei Jahre war er weggesperr­t, ehe er im Mai 2014 bedingt entlassen wurde.

Jetzt steht der Südoststei­rer (60) neuerlich unter Verdacht. Mit seinem Handy wurden an ein Unternehme­n, das Arbeitslos­e vermittelt und eng mit dem Arbeitsmar­ktservice (AMS) zusammenar­beitet, mehrere Droh-SMS verschickt. Der Geschäftsf­ührer wurde mit dem Umbringen be- droht und in den Nachrichte­n beschimpft. In der letzten SMS soll der Mann laut Polizei gedroht haben, das Firmenund Bürogebäud­e des Unternehme­ns im Raum Feldbach in die Luft zu sprengen.

Der Geschäftsf­ührer erstattete Anzeige, die Polizei kam dem Verdächtig­en rasch auf die Schliche. Wenige Stunden nach der letzten SMS wurde er in einem kleinen oststeiris­chen Ort von Beamten der Polizeiins­pektion Feldbach Harald Winkler, Mordgruppe und Beamten des Bezirkspol­izeikomman­dos festgenomm­en.

Harald Winkler von der Mordgruppe des Landeskrim­inalamtes und sein Kollege Hubert Miedl übernahmen die Ermittlung­en. „Wir haben die Büroräume der Firma, die bedroht wurde, mit einem Sprengmitt­elhund durchsucht. Auch ein Sprengstof­fexperte der Polizei war im Einsatz. Es konnte jedoch kein Sprengstof­f gefunden wer- den“, sagt Ermittler Harald Winkler zur Kleinen Zeitung.

Der Beschuldig­te bestreitet, die SMS verschickt zu haben. Wie schon in den beiden anderen Fällen behauptete er, ein Hacker habe sich in sein Handy eingeloggt und sei für die Drohungen verantwort­lich. Er brachte aber seinen Hass auf Arbeitsver­mittlungen zum Ausdruck. Sie würden „Zwangsarbe­it“vermitteln, so der Verdächtig­e.

Der Geschäftsf­ührer des betroffene­n Unternehme­ns wundert sich: „Wir leisten im Rahmen unseres Projektes gute Arbeit. Mit ist völlig rätselhaft, wieso dieser Mann uns bedroht hat. Ich kenne diesen Menschen nicht. Er war auch nicht in unserem Projekt.“

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