Ex­port-Lied­gut

Kleine Zeitung Steiermark - - | TRIBÜNE - THO­MAS GOL­SER

Ös­ter­reich bringt sich in das Eu­ro­pa-Lie­der­buch ein (so, als wür­de die EU uns zu­hö­ren). Im Netz wird zu­vor aus 48 Ti­teln aus­ge­wählt, was be­son­ders gut zu Ohr steht.

Über Me­lo­di­en ent­schei­det ja der Gus­to, das ei­ne oder an­de­re vor­ge­schla­ge­ne Lied trifft aber zu­min­dest im Text vie­le ös­ter­rei­chi­sche Be­find­lich­kei­ten: „Wann du durch­gehst durchs Tal“als Ode an die In­nen­po­li­tik oder mo­ne­tär dar­ben­de Bun­des­län­der. „Fein sein, bein­an­der bleibn“– der Satz­teil ist hier­zu­lan­de Mot­to al­ler ko­ali­tio­nä­ren Zwangs­ehe­leu­te.

In der Ka­te­go­rie „Lie­bes­lied“ist das schö­ne „Liab i di, kriag i di“von Kurt Muth­spiel ei­ne Op­ti­on. Da Her­zens­sa­chen nicht im­mer so ein­fach sind, wer­den das zart­bit­te­re „Weit, weit weg“(Hu­bert von Goi­sern) und „Der Weg zu mein Dirndl is sto­a­ni“nach­ge­reicht. „I tua wohl, als wann mir nix war“passt sehr gut für vie­le rot-weiß-ro­te Le­bens­be­rei­che und Win­kel der See­le. elt­sa­mer­wei­se un­be­rück­sich­tigt blie­ben in­des „Al­le Men­schen san ma zwi­der“, das Mi­s­an­thro­pen-Im­mer­grün von Kurt So­wi­netz, und „Tan­go Kor­rup­ti“von Rain­hard Fend­rich. Mö­ge das Füll­horn un­se­rer Lied­kunst in der EU ein „Jö schau!“aus­lö­sen.

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